Sozialer Wohnungsbau angekurbelt / Bedingung: Wohnraum mit Mietpreisbindung

Landkreis verkauft Grundstücke in Gifhorn

Auch in Gifhorn sind bald Baukräne zu sehen. Der Landkreis hat Grundstücke an der Bergstraße verkauft, um den sozialen Wohnungsbau anzukurbeln. Dafür gab es viel Lob.
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Auch in Gifhorn sind bald Baukräne zu sehen. Der Landkreis hat Grundstücke an der Bergstraße verkauft, um den sozialen Wohnungsbau anzukurbeln. Dafür gab es viel Lob.
  • VonMatthias Jansen
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Landkreis Gifhorn. „Es ist nur ein kleiner Schritt, aber ein guter.“ Die Entscheidung des Landkreises, Grundstücke an der Bergstraße 22 bis 26 in Gifhorn für den Bau von 60 Sozialwohnungen zu verkaufen, erntet nicht nur von Helmut Kuhlmann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, viel Lob.

Auch Rolf Schliephacke stimmt ausdrücklich zu. „Das begrüßen wir auf alle Fälle. Es ist gut, sinnvoll und wichtig“, so der Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag.

Allerdings sind der Verwaltung in der Kreisstadt selbst nun die Hände gebunden. Weitere Verkäufe stünden, erklärt Landrat Andreas Ebel, in „absehbarer Zeit nicht an. Der Landkreis besitzt nur Grundstücke, die er für die Erfüllung seiner Aufgaben – wie Schulen, Verwaltung und Museen – benötigt.“

Jetzt ist die Politik im gesamten Landkreis gefordert, sagt Schliephacke. Gemeinsam mit den Gemeinden müssten die Möglichkeiten, günstigen Wohnraum zu schaffen, ausgelotet werden. Der Kreistag, so Kuhlmann, habe den Auftrag erhalten, eine Wohnraumbedarfsanalyse herauszugeben, um den aktuellen und zukünftigen Wohnraumbedarf zu ermitteln. Dies, so Ebel, werde in Kürze geschehen. Die Analyse, sagt Schliephacke, wäre die Grundlage für weitere Planungen. „Dann wissen wir genau, wo wir stehen.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag schlägt vor, dass Gemeinden – wie die Stadt Gifhorn – einen Teil der Wohnungen oder Grundstücken für Sozialwohnungen reservieren. Denn letztlich könne es nicht die Aufgabe des Landkreises sein, so Kuhlmann, eine „eigene Wohnungsbaugenossenschaft zu gründen und wie ein Unternehmen aktiv zu werden.“

Die Hoffnungen ruhen auch darauf, dass Investoren bereit sind, den laut Kuhlmann und Schliephacke „sträflich vernachlässigten“ sozialen Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Weil „Investoren aber auch verdienen wollen. Und das geht mit einem Quadratmeterpreis von 5,50 Euro nicht“, so der SPD-Mann, müssten Anreize geschaffen werden.

Der Landkreis hat dem Unternehmen aus Gifhorn bei den Grundstücken an der Bergstraße einen „Preisnachlass“ eingeräumt. Allerdings, so Landrat Ebel, nur „unter der Bedingung, dass tatsächlich Wohnraum mit Mietpreisbindung realisiert wird.“

Der Verkauf war ein erster Schritt. Der Landkreis prüft nun, welche Maßnahmen zur Förderung des Baus von preisgünstigem Wohnraum noch realisiert werden können.

Von Matthias Jansen

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