„Kampf um jede Wasserfläche“

Landkreis Gifhorn will Verlandung von Aller-Altarmen stoppen

Ausgetrocknet: Um zu verhindern, dass die Aller-Altarme das gleiche Schicksal wie den Heidesee ereilt, hat sich der Bauausschuss des Landkreises für die Bereitstellung finanzieller Mittel für eine Sanierung ausgesprochen.
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Ausgetrocknet: Um zu verhindern, dass die Aller-Altarme das gleiche Schicksal wie den Heidesee ereilt, hat sich der Bauausschuss des Landkreises für die Bereitstellung finanzieller Mittel für eine Sanierung ausgesprochen.

Gifhorn – „Um jede Wasserfläche muss man kämpfen“, erklärte Jürgen Wagner, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Gifhorn, den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses.

Er hatte einen Antrag auf Schutz der Aller-Altarme gestellt, die sich hauptsächlich im Gifhorner Stadtgebiet befinden und der Stadt und dem Aller-Ohre-Verband gehören.

Der Allerkanal hat nur noch wenig Wasser, der Heidesee ist ganz trockengefallen und auch das Viehmoor wird immer trockener, erklärte er. Bei den erforderlichen Maßnahmen sollen unter anderem Rückstauklappen entfernt werden. Die Aller-Altarme sind Restabschnitte des alten Allerverlaufs. Sie entstanden, als die Aller westlich der B 4 in den 1960er Jahren begradigt wurde. Zwar wurden die Aller-Altarme mit Rohrdurchlässen mit dem Hauptgewässer verbunden, doch hatten sich die Rohre nach zwanzig Jahren zugesetzt, sodass die Altarme weitestgehend verlandeten. Trotz Freispülen der Rohre verbesserte sich die Wasserqualität nicht, wie Wagner erläuterte.

Durch Freilegen von eisenhaltigen Wasserschichten aufgrund des Eingriffs in die Natur erstickten Flora und Fauna, wertvolle Laichgewässer gingen verloren. Zudem gab es eine starke Verkrautung. Durch die nun anvisierten Maßnahmen soll das Wasser wieder länger in der Fläche gehalten werden. Zudem werde durch den Rückbau der Rückstauklappen verhindert, dass Jungfische verloren werden.

Die vor 40 Jahren begonnenen Erfolge der Sanierungen, die zur Folge hatten, dass sich 31 Fischarten und Krebse wieder ansiedelten, sind inzwischen wieder verschwunden, wie Wagner sagte. „Jetzt nach zwei trockenen Jahren sieht die Bilanz unserer Gewässer düster aus. Wir müssen die fortschreitende Verlandung stoppen.“ Durch das Trockenfallen vieler Tümpel, Teiche und Gräben seien Laichgewässer für Amphibien verschwunden, was auch für die Störche eine Gefahr bedeute.

Einstimmig befürworteten die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses vorbehaltlich der Zustimmung auch durch die Stadt Gifhorn, wie diese insgesamt 28 500 Euro in den nächsten beiden Jahren für den Erhalt der Alleraltarme auszugeben. Die Kreisstadt hat ihrerseits die Mittel bereits im Haushalt eingeplant. Der Anteil von 57 500 Euro sind zwanzig Prozent der Kosten, die übrigen 80 Prozent kommen aus Fördertöpfen.

Rund die Hälfte weniger Neozoen wurde im letzten Jahr gestreckt, wie der stellvertretende Kreisjägermeister Karsten Lacü bekannt gab. Grund für weniger erlegte Nutria, Marderhunde oder Waschbären seien womöglich die Witterung oder der Erfolg der bisher getroffenen Maßnahmen wie Lehrgänge für Jäger oder die ausgelobten Prämien. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, sagte Lacü. Von rund 95 Prozent der Tiere werden die Felle bei der Aktion Fellwechsel verwertet. Die „effektive Fallenjagd“ soll weiter ausgeführt werden. Und die Hauptjagdzeit in diesem Jahr beginnt erst noch, so Lacü. Im Gegensatz dazu habe es im letzten Jahr zudem eine „enorm hohe“ Schwarzwildstrecke gegeben. VON BURKHARD OHSE

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