Gegen den Rückstau

Landkreis Gifhorn will Bauanträge schneller abarbeiten

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Der Landkreis Gifhorn will dem Antragsrückstau mit einem Maßnahmenpaket entgegenwirken. 

Gifhorn – So mancher Bauherr kann ein Lied davon singen. Die Bearbeitungszeit von Bauanträgen beim Landkreis Gifhorn wird länger. „Das liegt zum einen an der stabilen Baukonjunktur und der damit gestiegenen Zahl der Bauanträge.

Und daraus resultierend eine ständig steigende Nachfrage an Beratung nicht nur seitens der Bauherrenschaft, sondern auch von den für sie tätigen Architekten und Ingenieuren“, erklärt Landrat Dr. Andreas Ebel.

Der Rückstau vergrößert sich auch, weil es immer wieder zahlreiche Rückfragen gibt, die zusätzlichen Zeitaufwand in Anspruch nehmen, die von der eigentlichen Arbeit, der Bearbeitung der Anträge, abhalten. Zudem hätten öffentliche Gebäude wie Kindertagesstätten Vorrang. Und das seien in der letzten Zeit 30 gewesen, wie der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter hinzufügte.

Dr. Thomas Walter, Erster Kreisrat 

Bis Ende Mai wurden 552 Bauanträge, Mitteilungen oder Bauvoranfragen eingereicht, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das alles können wir nicht beeinflussen“, so Walter. Hinzu kommen die enge Personalsituation, Personalwechsel, laufende Stellenbesetzungsverfahren sowie mehrere längerfristige Krankheitsausfälle im Fachbereich. „Unbefriedigend sowohl für Bauherren und Vorhabenträger als auch für die Mitarbeiter in der Verwaltung“, räumt Walter ein.

Als Gegenmaßnahme hat der Landkreis die technische Ausstattung aufgerüstet, derzeit laufen zudem zwei Stellenbesetzungsverfahren für technische Sachbearbeiter, Besoldungen seien angehoben worden, um die Stellen attraktiver zu machen. Darüber hinaus hat der Kreisausschuss einer strukturellen Optimierung der Geschäftsprozesse zugestimmt. Das bedeutet die Umsetzung eines abgestuften Personalverstärkungskonzepts. „In diesem Rahmen können Ingenieure und Verwaltungskräfte künftig noch besser in ihren jeweiligen Kernkompetenzen arbeiten. Dazu können zusätzlich 2,5 Stellen geschaffen werden.“

Ein Beratungsbüro soll nun die Beratungsqualität für die Bauwilligen stärken. Damit können sich die Sachbearbeiter dann auf ihre originären Aufgaben konzentrieren. Aufgabe des Beratungsbüros soll es sein, grundsätzliche Fragen nach der Bedeutung von Festsetzungen eines Bebauungsplans, Abstandsregelungen, Verfahrensfragen zu Baumaßnahmen wie Terrassenüberdachungen und sonstige formale Fragen zu beantworten. Damit soll der Beratungspflicht Genüge getan werden. „Fragen, die über diese Beratungspflicht hinausgehen, können wird leider nicht beantworten“, sagt Walter.

Im Juli und August sollen nun die Sprechzeiten im Bauamt eingeschränkt werden. Dafür werden montag- und donnerstagnachmittags Sprechzeiten angeboten. Die Bauordnung ist darüber hinaus auch am Donnerstagvormittag erreichbar, kündigt Ebel an. „Mit der Reduzierung der Sprechzeiten wollen wir Zeit gewinnen, um vor allem die ältesten Bauanträge abzuarbeiten. Parallel dazu sollen die neuen Mitarbeiter eingearbeitet werden. Bis die Maßnahmen greifen, hoffen wir auf Verständnis.“

VON BURKHARD OHSE

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