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Landkreis Gifhorn sucht weiterhin Wohnraum

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Von: Dennis Klüting

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Ein paar Geflüchtete und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes halten sich im Camp Lessien auf der Straße auf.
Für die Gemeinschaftsunterkunft Ehra-Lessien freut sich die Gifhorner Kreisverwaltung weiterhin über Sachspenden. © Bentes, Hilke

Landkreis Gifhorn – 2830 Geflüchtete (mit offenem Asylverfahren oder geduldet) beherbergt der Landkreis Gifhorn aktuell, 1629 davon aus der Ukraine. Um Flüchtlinge weiterhin möglichst in eigenen Wohnungen unterbringen zu können, sucht der Landkreis Gifhorn weiterhin Wohnraum.

In der Gemeinschaftsunterkunft Ehra-Lessien (Gesamtkapazität 453 Personen) sind aktuell 191 Personen untergebracht. 1438 Personen leben in Privatwohnungen. „Ziel ist ganz klar die dezentrale Unterbringung in eigenen, abgeschlossenen Wohnungen“, betont Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter. Andreas Fricke, Leiter des Fachbereichs Ordnung, Verkehr und Veterinärwesen, pflichtet bei: Andere Einrichtungen seien bereits überbelegt. „In der Gemeinschaftsunterkunft Clausmoorhof leben beispielsweise aktuell 206 Personen, wobei die Anlage aber eigentlich nur für 180 Personen konzipiert ist. Viele Familien haben Kinder bekommen“, so Fricke.

Die Kreisverwaltung sucht dringend weiterhin Wohnraum für Flüchtlinge. Geeignet seien dafür abgeschlossene Wohnungen jeglicher Größe. „Jede Wohnung wird geprüft, ob sie auch für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet ist“, sagt Walter. Privatpersonen, die eine Wohnung zur Verfügung stellen wollen, können sich per E-Mail an ukrainehilfe@gifhorn.de melden. Die Vermittlung von dezentralem Wohnraum sei arbeitsintensiv und umfangreich – und eine Aufgabe, die der Landkreis Gifhorn freiwillig übernehme. „Aber immer in guter Zusammenarbeit mit den Gebietseinheiten“, sagt Landrat Tobias Heilmann. „Darauf können wir uns immer verlassen.“ Gemeinsam werden die Angebote gesichtet, Kontakt zu den Vermietern aufgenommen, Preise geprüft, Wohnungsbesichtigungen koordiniert und Unterstützungszahlungen organisiert.

Weitere Informationen hat die Kreisverwaltung auf www.gifhorn.de zusammengestellt. Zudem wurde eine Hotline rund um die Bereitstellung von Wohnraum eingerichtet. Diese ist unter (0800) 8282444 montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr erreichbar.

In Sachen Beschulung von Flüchtlingskindern hat sich laut Fachbereichsleiter Karsten Kreutzberg in den vergangenen Wochen wenig geändert: „Wir haben einige Lücken bei den Anmeldungen geschlossen. Ansonsten stellt das neue Schuljahr die große Herausforderung dar: Der Übergang von den vierten in die fünften Klassen, und damit an die weiterführenden Schulen, muss koordiniert werden.“ Insgesamt werden im Landkreis Gifhorn 460 Flüchtlingskinder beschult – 198 in Sprachlernklassen, 262 wurden in die bestehenden Klassen integriert.

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