Klasse voll, Lehrer ungeimpft?

Schul-Sorgen im Kreis Gifhorn: Kommt Szenario A zu früh?

Lehrer steht vor seinen Schülern - alle mit Corona-Maske - im Klassenraum.
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Rückkehr ins Szenario A, aber teils ohne Impfung?

Landkreis Gifhorn – An den Schulen in Niedersachsen wird bekanntlich bei einer Inzidenz bis 50 die Rückkehr ins Szenario A angepeilt. Auch im Landkreis Gifhorn könnte bei der derzeitigen Entwicklung der Zahlen bald wieder der Regelbetrieb mit Präsenzunterricht gelten. Doch dabei gibt es ein großes Problem: Im Landkreis Gifhorn muss ein Großteil des Personals an den weiterführenden Schulen – anders als in umliegenden Regionen – noch auf die Impfung warten. Die Aussicht auf Szenario A sorgt in Kollegien und bei Schulleitungen – nicht nur im Nordkreis – für Sorgen.

Die Vakzine bleiben ein knappes Gut, gleichzeitig haben Lehrer unter 60 Jahren noch kein Impfangebot erhalten. Dieses könnte frühestens in der Woche ab dem 7. Juni erfolgen, teilt der Kreis auf IK-Anfrage mit. Und das auch nur dann, wenn das Land seine Zusage einer Zuteilung von Impfstoff erfülle.

Angeblich soll der Kreis Gifhorn sogar der einzige in der Region Braunschweig sein, in dem die Impfungen für die Beschäftigten an den weiterführenden Schulen komplett (nämlich in den Juni) verschoben wurden. Die GEW spricht von einer „unerhörten Vernachlässigung des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten“. Landrat Dr. Andreas Ebel betont auf IK-Anfrage, man halte sich strikt an die Vorgaben des Landes: „Der Landkreis Gifhorn verfolgt natürlich das Ziel einer den Landesvorgaben entsprechenden und in diesem Rahmen zulässigen bevorzugten Berücksichtigung verschiedener impfberechtigter Gruppen.“ Dies betreffe etwa Lehrkräfte, Angehörige der Einsatzabteilungen der Feuerwehren oder Wahlhelfer. Für diese Personengruppen werde der Kreis auf die nächste und gegebenenfalls weitere Impfstofflieferungen des Landes für Erstimpfungen zugreifen und diese schnellstmöglich terminieren.

Lehrer und Schulleitungen rufen nach Unterstützung angesichts ihrer Sorgen und Ängste. Es wurden offene Briefe und Schreiben auf Landkreis- und Landesebene verschickt. Volle Klassen, aber ungeimpftes Personal – diese Aussicht lässt Rühens Realschulrektorin Elke Treptow-Lampert besorgt zurück. „Wenn man alle Schüler wieder zurückholt, dann sollte auch das Impfangebot da sein.“ Sie selbst empfindet diese Entscheidung als „sehr schwierig.“

(von Paul Gerlach und Hilke Bentes)

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