„Kleine Orte am Netz halten“

Landkreis Gifhorn saniert sukzessive Straßen anhand neuer Prioritäten

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Landrat Dr. Andreas Ebel, der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter und Fachbereichsleiter Uwe Peters informierten über den Zustand der Kreisstraßen. 

Landkreis Gifhorn – „Als ich anfing, waren viele nicht unbedingt im besten Zustand“, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel im IK-Gespräch. „Mancherorts ist lange Zeit gar nichts passiert. “ Er spricht von den Kreisstraßen, die man nun sukzessive sanieren will.

Noch 2014 sei der Etat für die Kreisstraßen so niedrig gewesen, dass eine Straße 349 Jahre halten müsste. Man hatte die verfügbaren Mittel anhand der Verkehrsdichte der Kreisstraßen verteilt. Ebel habe sich kurz nach seinem Amtsantritt dafür eingesetzt, auch weniger befahrene Straßen instand zu halten. „Gute Straßen gehören ebenso zur Infrastruktur wie Schulen oder die ärztliche Versorgung“, argumentiert Ebel. „Sie tragen zu einer guten Lebensqualität bei.“

Daher hat man mit dem Fachbereichsleiter des Kreisstraßenwesens Uwe Peters einen zweiten Maßnahmepool entwickelt, der den Straßen Noten entsprechend ihres Zustandes gibt. „Alle, die schlechter als 4,5 sind, werden angefasst“, erklärt Peters. So soll etwa die K 17 mit der Ortsdurchfahrt Lüben saniert werden, nachdem sie rund 50 Jahre kaum angefasst wurde. Andere Baustellen seien etwa die K 85 bei Kaiserwinkel, die K 1 bei Räderloh und die K 13 bei Wettendorf. „Da liegt noch viel vor uns“, sagt Ebel, „wir haben aber auch schon viel geschafft.“

Das ging, da die Politik mitgezogen war und ab 2017 mehr Mittel bereitgestellt hatte. Aber auch die nunmehr drei Millionen Euro jährlich reichen noch nicht aus, um alle Kreisstraßen angemessen zu sanieren. Derzeit müsste eine Straße 169 Jahre halten, umgekehrt bräuchte es 11,25 Millionen Euro im Jahr, um die nötige Lebensdauer kurz zu halten.

Zusammen mit den Gemeinden und der Politik sollen die Sanierungen vorangetrieben werden. „Wir müssen auch kleine Orte am Netz halten“, weiß der Erste Kreisrat Thomas Walter.

VON DENNIS TESCH

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