Ohne Test ins Restaurant

Neue Lockerungen im Landkreis Gifhorn, aber Sorgen an den Schulen

Zwei Gäste sitzen an einem Tisch eines Straßencafés.
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Die neue Verordnung im Landkreis Gifhorn bringt neue Freiheiten in der Gastronomie.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Landkreis Gifhorn – Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Weil die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Gifhorn seit Freitag, 4. Juni, nachhaltig unter 35 liegt, gilt ab Sonntag, 6. Juni, die dritte neue Corona-Verordnung innerhalb einer Woche – mit weiteren Lockerungen.

Das macht sich vor allem für die Gastronomie bemerkbar, wo drinnen wie draußen kein negativer Test mehr vorzuzeigen ist. Auch Clubs und Bars dürfen öffnen, im touristischen Bereich entfallen weitere Beschränkungen. Bei Gottesdiensten darf wieder gesungen werden. Und: Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen sind möglich.

Nicht glücklich ist man derweil an vielen weiterführenden Schulen im Landkreis – denn viele Lehrer werden ab Montag, 7. Juni, ohne Impfschutz vor vollen Klassen stehen. Daran ändert auch das Impfangebot nichts, das am Freitag, 4. Juni, noch auf Initiative von Landrat Dr. Andreas Ebel zustande kam: Er hatte den Mediziner Dr. Klaus-Achim Ehlers dafür gewinnen können, AstraZeneca für die Impfung von Lehrkräften und Schulpersonal zu bestellen. 90 Personen nahmen das Angebot laut Kreisverwaltung an und ließen sich in der Feuerwehrtechnischen Zentrale impfen.

Das ist nicht viel, allein das Gymnasium Hankensbüttel hat ein Kollegium dieser Größenordnung. Die geringe Resonanz ist nachvollziehbar – abgesehen von der Tatsache, dass AstraZeneca für Unter-60-Jährige nicht empfohlen ist, dürfte den Betroffenen klar sein, dass bis Montag, 7. Juni, durch eine Erstimpfung kein Impfschutz zu erreichen ist.

Die Schulen starten am Montag, 7. Juni, trotzdem ins Szenario A, eine Wahl haben sie nicht. „Wir freuen uns über den Präsenzunterricht“, sagt Thorben Rutsch, Leiter der Wittinger IGS. Dabei schwinge aber die Sorge um die Kollegen mit. An die Schüler werde man appellieren, Masken zu tragen. Vom IGS-Kollegium hätten einige das spontane Impfangebot am Freitag, 4. Juni, angenommen, ein Großteil habe aber – auch nach Rücksprache mit einem Arzt – darauf verzichtet und warte auf einen anderen Impfstoff.

Doch neues Vakzin für Erstimpfungen wird nicht vor Mitte Juni erwartet. Ebel hat deshalb am Freitag, 4. Juni, erneut an Land und Bund appelliert, „uns endlich mit ausreichend Impfstoff zu versorgen“. Auf der Warteliste des Impfzentrums stehen 10 000 Namen.

Aktuell laufen dort 4000 Impfungen pro Woche, in der Mehrzahl Zweitimpfungen. 6000 wären laut Ebel möglich. Insgesamt habe es bisher 92 052 Impfungen im Landkreis gegeben, davon 67 544 durch das Impfzentrum, den Rest in Arztpraxen.

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