Betriebe im Kreis noch geschlossen

Gastronomie im Lockdown: „Ungeduldig und wollen loslegen“

Eine leergeräumte Bar.
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Zwar gibt es im Corona-Lockdown erste Lockerungen, die Gastronomie bleibt aber noch geschlossen.
  • Florian Schulz
    vonFlorian Schulz
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Isenhagener Land – Der Corona-Lockdown bleibt zwar weiterhin bestehen, doch immerhin gibt es erste Lockerungen.

Diese betreffen aber nach wie vor nicht die Gastronomie. So müssen auch die Restaurants oder Gasthöfe im Isenhagener Land zumindest bis zum 22. März – womöglich sogar noch länger – die Türen geschlossen halten.

Dies gilt also auch für die Lübener Tenne, die sich bereits zu Frühlingsbeginn üblicherweise über guten Zulauf freuen darf. In diesem Jahr sieht es anders aus – ganz zum Leidwesen von Inhaberin Imke Wolter. „Wenn wir wieder öffnen, wollen wir auch das Gefühl haben, am Ball bleiben zu dürfen. Wir tragen schließlich die Verantwortung für unsere Gäste, unsere Mitarbeiter, aber auch unsere Familien“, erklärt Wolter. Mit einem normalen Lunchbuffet könnte es womöglich schon im April oder Mai losgehen. Doch in Bezug auf größere Veranstaltungen wie Feiern, Tänze oder das Thekengeschäft glaubt die Inhaberin mit Blick auf die aktuelle Lage nicht an einen Start vor dem Herbst. „Wir haben unseren Kunden vorsorglich mitgeteilt, dass wir zu Ostern wohl noch nicht öffnen dürfen“, so Wolter.

Gastronomie muss noch bis mindestens 22. März die Türen geschlossen halten

Aus ihrer Sicht wäre es nämlich fatal, auch mit Blick auf das Hygienekonzept, eine Planung zu erstellen, die bei einem möglichen weiteren Lockdown durch das Steigen der Inzidenzwerte wieder über den Haufen geworfen werden müsste. „Daher werden wir einen Zeitpunkt festlegen, zu dem es absehbar ist, dass wir auf Dauer grünes Licht bekommen. Wir haben ja inzwischen gelernt, an welchen Schrauben wir drehen müssen“, so Wolter, die bereits eine Reihe von Reservierungen für das Jahr 2022 vorzuliegen hat: „Da bin ich ganz optimistisch.“

Auch ein paar Kilometer entfernt im Wittinger Tor heißt es weiterhin Warten. Das Restaurant in der Brauereistadt bietet nach wie vor einen Außer-Haus-Verkauf an. Für Ostern liegen diesbezüglich bereits erste Bestellungen vor. Sollte das Wetter mitspielen und es seitens der Politik grünes Licht geben, könnte womöglich ab April auch unter freiem Himmel gespeist werden, womit zumindest Abstandsregeln besser eingehalten werden könnten. Doch Geduld ist auch in Wittingen gefragt.

Ebenfalls auf einen Außer-Haus-Verkauf setzt aktuell das Hotel und Gasthaus „Zur Linde“ in Hankensbüttel. „Damit arbeiten wir derzeit sicher, auch wenn es auf Dauer natürlich ein schleppender Prozess ist, wenn vereinzelte Leute unter der Woche oder auch am Wochenende ihr Essen bestellen und abholen“, verdeutlicht Inhaberin Susanne Olvermann. Doch wie sieht es womöglich zu Ostern aus? „Wir stellen uns auch dort auf einen Verkauf außer Haus ein. Wir haben schließlich keine Planungssicherheit, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute dann wieder in größeren Gruppen bei uns sitzen dürfen“, so Olvermann. Ohnehin vermutet die Gastronomin, dass die Gäste „zu Beginn noch etwas ängstlich“, die Tische somit ohnehin noch nicht in Gänze gefüllt sein werden.

Kritik an Beschlüssen von Bund und Ländern

Deutliche Worte in Richtung Bund und Länder findet hingegen Armin Schega-Emmerich, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Gifhorn: „Ich persönlich habe keine Erklärung und auch kein Verständnis dafür, warum unsere Branche in den Beschlüssen scheinbar keine Bedeutung findet. Wir waren vor dem zweiten Lockdown teilweise sogar Vorreiter in Sachen Hygienemaßnahmen, und nun lässt man uns komplett außen vor.“ Nur mit viel Glück rechnet Schega-Emmerich mit einer Wieder-Eröffnung zu Ostern – dann aber auch nur in eingeschränkter Form. „Unser Gewerbe braucht ja auch eine entsprechende Vorbereitungszeit. Wir müssen zunächst die nötigen Einkäufe tätigen, teilweise Personal einstellen und einarbeiten. Das geht ja nicht von heute auf morgen“, so der Dehoga-Vorsitzende im IK-Gespräch, der – für die komplette Gastronomie sprechend – anfügt: „Wir sind ungeduldig und wollen wieder loslegen. Unsere Branche ist bestens gerüstet.“

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