Verwaltung ruft zu Vorsichtsmaßnahmen auf

Landkreis Gifhorn: Angst vor Geflügelpest

Eine Gruppe Freilandhühner.
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Auch in Niedersachsen ist der Ausbruch von Geflügelpest bekannt.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Landkreis Gifhorn – Nach dem weitverbreiteten Auftreten des Geflügelpest-Erregers bei Wildvögeln und Hausgeflügel im vergangenen Winter in Deutschland waren im letzten Sommer nur noch vereinzelte Nachweise des Virus in Europa festzustellen. Wie die Gifhorner Kreisverwaltung nun informiert, seien mittlerweile jedoch bereits mehrere Ausbrüche der Geflügelpest bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie in einer Gänsehaltung in Schleswig-Holstein bekannt. Es bestehe daher bei dem wieder eingesetzten Vogelzug ein erhebliches Risiko der Einschleppung des Erregers in die hiesigen Wildvogelbestände.

„Die Infektion von Geflügelbeständen muss verhindert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Geflügelhalter seien angehalten, die Biosicherheitsmaßnahmen gegebenenfalls zu optimieren und strikt einzuhalten und eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden. Das bedeutet, dass Ställe und Ausläufe nur mit sauberer Schutzkleidung und sauberem, desinfizierten Schuhwerk betreten werden dürfen. Wildvögel dürfen zu den Futterstellen des Hausgeflügels keinen Zugang haben. Jäger und Personen, die mit Wildvögeln in Kontakt gekommen sind, sollten Ställe, in denen sich Geflügel befindet, in den folgenden 48 Stunden nicht betreten.

„Die Geflügelhalter sind in großer Sorge, dass es wieder zu Ausbrüchen des Erregers in Geflügelbeständen kommt. Tötungen von Geflügelbeständen und die amtliche Ausweisung von Sperr- und Beobachtungsgebieten wären die Folge“, erläutert die Amtsveterinärin Dr. Ann-Kathrin Mork, Leiterin der Abteilung Veterinärwesen der Gifhorner Kreisverwaltung. Die Geflügelpest (Aviäre Influenza) ist eine gefährliche Tierseuche, die zu großen Tierverlusten und erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen kann. Der Erreger dieser Tierseuche, ein Influenzavirus, teilt sich in verschiedene Untertypen auf, wie beispielsweise H5N8 und H5N1. Die Infektion mit diesem Virus führt bei Geflügel – und teilweise auch bei anderen Vögeln – zu schweren Krankheitserscheinungen mit Todesfällen. Nach Ausscheiden des Erregers mit dem Kot können Wildvögel die Umwelt so kontaminieren, dass Hobby- und Nutzgeflügel infiziert werden kann. Infektionen des Menschen mit diesen Virustypen sind bislang nur vereinzelt bekannt geworden.

Weitere Informationen mit aktuellen Biosicherheitsmaßnahmen finden sich unter anderem auf den Internetseiten des Landkreises Gifhorn (www.gifhorn.de), des Friedrich-Löffler-Instituts (www.fli.de) und des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (www.laves.niedersachsen.de).

„Alle Halter von Nutzgeflügel, egal ob Huhn, Gans, Ente, Pute oder Fasan, müssen sich bereits ab einem einzigen Tier amtlich registrieren lassen. Entsprechende Meldungen nimmt die Abteilung Veterinärwesen entgegen“, informiert Mork. Das Formular „Anzeige des Tierbestandes“ ist unter www.gifhorn.de eingestellt.

Werden mehrere tote Wildvögel (insbesondere Wasservögel) gefunden, können diese der Abteilung Veterinärwesen des Landkreises Gifhorn unter Angabe der Fundstelle unter (05371) 82391 oder veterinaeramt@gifhorn.de gemeldet werden. Hinweise auf unklare Erkrankungs- oder Todesfälle bei Hausgeflügel werden hier ebenfalls entgegengenommen.

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