Land zwingt Landkreis zum Handeln

Ilkerbruch: Ministerium drückt Naturschutzgebiet per Weisung durch

Eine Beobachtungshütte im Ilkerbruch bei Wolfsburg. Das Feuchtgebiet soll unter strengen Schutz gestellt werden, was das Land nun per Weisung durchsetzt. Foto: dpa
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Eine Beobachtungshütte im Ilkerbruch bei Wolfsburg. Das Feuchtgebiet soll unter strengen Schutz gestellt werden, was das Land nun per Weisung durchsetzt.

Landkreis Gifhorn – Das niedersächsische Umweltministerium hat den Landkreis Gifhorn angewiesen, „unverzüglich“ der Naturschutzgebietsverordnung der Stadt Wolfsburg vom 10. Februar 2021 für das Gebiet „Barnbruchwiesen und Ilkerbruch“ zuzustimmen.

Die Weisung folgte auf die Ablehnung der Verordnung durch den Gifhorner Kreistag im Dezember vergangenen Jahres.

Die Verordnung war durch die Stadt Wolfsburg für das Gebiet der Stadt als auch für das Gebiet des Landkreises erarbeitet worden. Der Landkreis Gifhorn kritisierte die darin festgeschriebenen Auflagen und Verbote. Diese würden das Bewirtschaften des Gebietes, das Unterhalten der Gewässer und das ordnungsgemäße Ausüben der Jagd „unangemessen einschränken“. Naturschützer indes sehen das ganz anders, sie halten die Regelungen für „ein Mindestmaß dessen, was zur Sicherung des besonderen Wertes notwendig“ sei. Gespräche über eine Anpassung des Verordnungstextes durch die Stadt Wolfsburg blieben ohne Ergebnis.

Das Naturschutzgebiet Barnbruchwiesen/Ilkerbruch ist Teil der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union. Die Bereiche hätten bereits bis Ende 2013 nach hiesigem Recht geschützt werden müssen. Da die Frist dafür abgelaufen ist, läuft nun ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof. Im ganzen Bundesgebiet war dieses Gebiet eine der letzten Flächen, die noch nicht entsprechend geschützt waren. Daher drängte das niedersächsische Umweltministerium auf eine schnelle Ausweisung.

Nach der Gifhorner Ablehnung zog das Umweltministerium die Entscheidung an sich und hat den Kreis angewiesen, der Verordnung zuzustimmen. Mit der Zustimmung ist das letzte Gebiet nach FFH-Richtlinie im Landkreis Gifhorn gesichert.

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