Kürzen im Kerngeschäft

Flüchtlinge: Gifhorner Polizei rechnet mit zusätzlichen Aufgaben

Die Polizei spielt Szenarien des Dienstes bei zusätzlichen Aufgaben im Zusammenhang mir der Flüchtlingsunterbringung durch.
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Die Polizei spielt Szenarien des Dienstes bei zusätzlichen Aufgaben im Zusammenhang mir der Flüchtlingsunterbringung durch.
  • vonJens Schopp
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Landkreis Gifhorn. In der Polizeiinspektion Gifhorn werden seit dem vergangenen Wochenende Szenarien durchgespielt, wie sich die Polizeiarbeit bei einem weiteren Zustrom von Flüchtlingen im Landkreis darstellen könnte.

Insbesondere, wenn die alte Kaserne in Ehra-Lessien eine Erstaufnahmestelle werden sollte und auch in den alten Liegenschaften des Bundesgrenzschutzes in der Kreisstadt Flüchtlinge einquartiert werden. Ernüchterndes Fazit: Mit zusätzlichem Personal sei wohl nicht zu rechnen, die Polizei müsste möglicherweise ihre Kernaufgaben zurückfahren. Polizeisprecher Lothar Michels berichtete davon am Montag im Ausschuss für Feuerwehren, Verkehr und öffentliche Ordnung der Stadt Gifhorn.

„Wir wollen vorbereitet sein, falls erheblich mehr Flüchtlinge im Landkreis leben als zurzeit“, so Michels im Gespräch mit dem IK. Der Ordnungshüter geht noch weiter: Sollte in Lessien das Land eine Erstaufnahme einrichten, müsse die Polizei Dauerpräsenz vor Ort zeigen. Das könne beispielsweise durch eine ständig besetzte Wache geschehen, so Michels. Auch andere Lösungen seien denkbar. Der Ordnungshüter betont, dass dies aber nur Überlegungen seien. Die Entscheidungen würden an anderer Stelle getroffen und nicht in der Polizeiinspektion Gifhorn.

Michels sagt aber auch: „Treten unsere Überlegungen ein, wird das erhebliche Konsequenzen auf den Polizeidienst haben“. Um Personal freizusetzen, wäre eine Umstellung vom Drei-Schicht- auf einen Zwei-Schicht-Rhythmus denkbar. „Dann würden wir Zwölf-Stunden-Schichten fahren“. Das wäre eine immense Belastung für die Kollegen und deren Familien. Wie man die mögliche neue Lage dann im Dienst genau umsetzen könne und werde, das werde aktuell bei der Gifhorner Polizei entwickelt.

Dass man an die Leistung der Kernaufgaben rangehen müsse, um Aufgaben im Zusammenhang mit der Flüchtlingsunterbringung zu leisten, scheint unabdingbar. Michels spricht in diesem Zusammenhang erst mal nur davon, dass die Polizei beispielsweise keine Umzüge mehr begleiten könne. „Es wird dann Einschränkungen geben.“

Fest stehe aber auch, dass eine Ausweitung der Polizeiarbeit in Bezug auf Flüchtlinge nur in Kooperation mit den für die Unterbringung zuständigen Kommunen und dem Landkreis erfolgen könne.

Von Jens Schopp

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