Tierbeurteilungswettbewerb in Ettenbüttel / Viel Nachwuchs für Betriebe

Kühe unter der Lupe

Kürzlich kamen rund 80 Auszubildende aller drei Lehrjahre auf dem Hof von Reinhard Müller in Ettenbüttel zusammen, um an einem Tierbeurteilungswettbewerb teilzunehmen.
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Kürzlich kamen rund 80 Auszubildende aller drei Lehrjahre auf dem Hof von Reinhard Müller in Ettenbüttel zusammen, um an einem Tierbeurteilungswettbewerb teilzunehmen.

Landkreis Gifhorn. Während in anderen Berufsgruppen ein Mangel an Auszubildenden herrscht, erfährt die Landwirtschaft zurzeit gerade einen unerwartet hohen Zuwachs an jungen Menschen, die sich als Landwirte ausbilden lassen.

15 Prozent der angehenden Landwirte sind sogar Frauen. Und so kamen unlängst rund 80 Auszubildende aller drei Lehrjahre auf dem Hof von Reinhard Müller in Ettenbüttel zusammen, um an einem Tierbeurteilungswettbewerb teilzunehmen.

Der Ausbildungsbetrieb für Landwirte hat sich auf Milchkühe spezialisiert und konnte entsprechende Tiere zur Bewertung bereitstellen. Neben Berufsschullehrer Elmar Schönthaler, der die Klassen an der BBS 1 in Gifhorn betreut, hatte Zuchtinspektor Berend Raupers die Aufgabe des leitenden Bewerters übernommen. Danach mussten alle Milchkühe nach Futteraufnahmevermögen, Beschaffenheit des Euters, korrekte Stellung der Beine, Fundament, Klauen und Rahmen beurteilt werden. Wer von den angehenden Landwirten dem Urteil des Zuchtinspektors am nächsten kam, erhielt die meisten Punkte. Die besten drei Teilnehmer können danach am Landeswettbewerb teilnehmen. Von der Landwirtschaftskammer Hannover überzeugte sich Ausbildungsberater Christian Greune von den Leistungen.

Besonders eifrig dabei waren Lars Evers aus Wahrenholz, Lukas Schulz aus Ohrdorf und Sven Dreyer-Winkelmann aus Schweimke. Sie lernen in Ausbildungsbetrieben des Isenhagener Landes und kennen sich mit den Tieren bestens aus. Jannek Kremmeike aus Stöcken, der auf dem Hof von Friedrich Lührs in Rumstorf seine Lehre absolviert, hatte hier schon als Junge großes Interesse gezeigt, mitzuarbeiten. Sein Berufswunsch Landmaschinenschlosser wurde mangels Ausbildungsbetrieb nicht erfüllt, und so entschloss er sich kurzerhand, in die Agrarwirtschaft einzusteigen.

„Wie es nach der Lehre weitergeht, wissen er und ein Viertel der Auszubildenden noch nicht. Einige von ihnen beginnen nach der Lehre ein Studium und gehen den Weg über Bachelor zum Master“, erklärt Ausbilder Reinhard Müller, der eine positive Entwicklung für die Zukunft in der Landwirtschaft sieht. Müller: „Es werden Fachkräfte gesucht, denn die moderne Technik ist heute schon mit den hohen Anforderungen soweit, dass ausländische Helfer ohne Ausbildung in der Landwirtschaft keine Zukunft mehr haben.“

Von Siegfried Glasow

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