Wolfsburg: Industrieseelsorger Dirk Wagner ist Ansprechpartner für Menschen mit Sorgen

In Krisenzeiten besonders gefragt

In Zeiten der Krise ist der Rat des Industrieseelsorgers Dirk Wagner besonders gefragt. Superintendentin Hanna Löhmannsröben hat diese Stelle nach einer Zeit der Vakanz wieder eingerichtet.
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In Zeiten der Krise ist der Rat des Industrieseelsorgers Dirk Wagner besonders gefragt. Superintendentin Hanna Löhmannsröben hat diese Stelle nach einer Zeit der Vakanz wieder eingerichtet.

Wolfsburg. Die Krise um die Dieselfahrzeuge des Volkswagenkonzerns hat bei vielen Arbeitnehmern große Sorgen ausgelöst.

Der Industrieseelsorger im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen, Dirk Wagner, möchte für diese Menschen Ansprechpartner sein und neue Räume schaffen, die Platz zum Atemholen bieten. Wagner: „In diesen Wochen werden manchmal die Grundwerte eines ganzen Arbeitslebens infrage gestellt. “ Menschen sehen sich unter Generalverdacht und die eigene Arbeitsleistung entwertet.

Pastor Dirk Wagner ist seit November vorigen Jahres im Amt. Er selbst hat in Oldenburg ein Ingenieursstudium absolviert, das er mit einem Diplom abschloss. Zuletzt war er 24 Jahre lang im mittleren Management eines Spezialbauunternehmens tätig, das unter anderem auch für Volkswagen im Einsatz war. Durch diese Tätigkeit kennt er eine Reihe von Unternehmen, etliche Arbeitsabläufe und die existentiellen Sorgen und Nöte der Arbeitnehmer.

Der Industriepfarrer hat ein Büro im Wolfsburger Haus der Kirche bezogen. Er geht auf die Menschen zu und bietet ihnen Gelegenheit zu vertraulichen Gesprächen. Ihm sei jeder willkommen, der mit seiner Arbeit in Not geraten ist, betont er, unabhängig von Konfession, Nationalität und Glaubensbindung. Von 2010 an hat er ein berufsbegleitendes Studium in Marburg absolviert, das er mit dem Master of Theology abschloss. Sein Vikariat trat er in Kassel an und wurde 2015 zum Pastor ordiniert. Er ist verheiratet, wohnt in Celle und hat dort eine halbe Stelle als Gemeindepastor an der Pauluskirche inne.

Dirk Wagner sagt: „Kirche will begleiten, wo das Leben an seine Grenzen stößt, auch und gerade bei der Arbeit.“ Industrieseelsorge sei gefragt. Kirche müsse Ansprechpartner sein in Fragen der Beziehung des Menschen zu seiner Arbeit, die der Theologe als das Wahrnehmen eines übergeordneten kulturellen Auftrages sieht, den der Mensch letztlich von Gott habe: Es gehe darum, die Welt als Lebensumfeld zu formen, sie bewohnbar zu machen, die Natur zu nutzen, um das Leben komfortabel zu gestalten.

Viele Menschen, oft auch Betroffene, hätten noch niemals von einem Industriepfarrer gehört. Deshalb sei es sein Anliegen, Berufstätigen über ein Netzwerk zu begegnen. Zu erreichen ist Dirk Wagner unter (05361) 8933350 und unter der Email-Adresse industrieseelsorge.wolfsburg@evlka.de. Jeweils am Dienstag und am Mittwoch ist er in der Zeit von 9 bis 17 Uhr in seinem Büro im Haus der Kirche anzutreffen.

Von Horst Michalzik

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