Melchert: „Es muss endlich etwas passieren“

Gifhorn: Kreisschülerrat kritisiert ÖPNV

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Tjark Melchert übergab die Resolution des Kreisschülerrats zum ÖPNV persönlich.

Gifhorn. Schon vor zwei Jahren erhoben die Schülervertreter im Landkreis Gifhorn eine Befragung von 1000 Schülern aus dem ganzen Landkreis zur Situation des ÖPNV.

Seitdem hat sich kaum etwas zum Besseren geändert, sagt Tjark Melchert, stellvertretender Vorsitzender des Landesschülerrats. Am 11. Juni dieses Jahres tagte der Kreisschülerrat zu diesem Thema. Das Ergebnis: eine Resolution. Doch bislang wollten die Verantwortlichen sie nicht entgegennehmen. Melchert übergab das Papier jetzt an Landrat Dr. Andreas Ebel, VLG-Chef Werner Schröder und Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich.

„Es muss endlich etwas passieren“, fordert Melchert, der auf die zahlreichen Missstände aus Schülersicht hinweist. Zu kleine Haltestellen, mit dem Unterricht nicht koordinierte Abfahrtzeiten oder überfüllte Busse bedeuten Warten, wenig Komfort und gefährden zum Teil die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, kritisiert er. „Wenn es bei einer überfüllten Haltestelle zum Gerangel kommt, kann schnell ein Unfall passieren“, gibt Melchert zu bedenken.

Besonders ärgerlich sei es, wenn die Abfahrtszeit eine Minute vor Schulschluss liege, führte er als weiteres Beispiel an. Zudem gebe es zum Teil nach Schulschluss auch gar keine Busverbindung mehr. Melchert nannte hier als Beispiel das Hankensbütteler Gymnasium. Nach ungeraden Stundenenden (5. Stunde oder 7. Stunde) betreffe dies praktisch alle Linien.

Außerdem sollten die Busfahrkarten künftig flächendeckend im Scheckkartenformat aus Plastik ausgegeben werden, da die aktuellen Fahrkarten aus Papier sehr schnell zerfallen und sich nur schlecht transportieren lassen, meint Melchert, der außerdem eine bessere Kommunikation zwischen den Schülern, VLG und Landkreis fordert.

Um die Kritikpunkte zu beseitigen, müsse Geld in die Hand genommen werden, sagt Melchert. „Landkreis und VLG erfüllen die Vorgaben vom Land – aber nicht mehr“, kritisiert er. Zudem fordern die Schüler eine Übernahme der Fahrtkosten auch für Schüler der Sekundarstufe II und für Auszubildende. Nach Ende der Schulpflicht übernehme das Land nicht mehr die Beförderungskosten, erklärt Melchert. „Die Fahrkarten kosten bis über 500 Euro. Da überlegt sich der eine oder andere, ob er weiter eine Schule besucht. Dabei sollte Bildung für jeden erschwinglich sein.“ Dass der ÖPNV besser organisiert werden könnte, bewiesen andere sehr strukturschwache Regionen, etwa in Ostfriesland, so Melchert. Da gebe es dann auch Fahrten zu später Stunde.

Melchert: „Wir fordern, dass der Landkreis über seine rechtlichen Verpflichtungen hinaus Jugendlichen die Mobilität ermöglicht.“ Ziel müsse es dabei sein, junge Menschen miteinander zu vernetzen und sie dadurch an die Region zu binden. Für den Nordkreis fordern die Schüler die Einführung des vom Landrat zugesagten Bürgerbusses. Die Vorbereitungen für dessen Start laufen indes auf Hochtouren: Der Bürgerbus soll am 1. April 2016 das erste Mal fahren (das IK berichtete).

Von Burkhard Ohse

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