Klimawandel ist ein Thema, das auch den Landkreis Gifhorn betrifft

Kreis plant für Klimaschutz

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Dort wo sich Möglichkeiten ergeben, setzt der Kreis Dinge zum Klimaschutz um. Zum Beispiel stellt er Dachflächen für Photovoltaikanlagen, wie auf dem Bild zu sehen, zur Verfügung.

Landkreis Gifhorn. Klimawandel ist ein Thema, das auch den Landkreis Gifhorn betrifft. Das Klimaschutzkonzept, das die Bundesregierung im September 2010 verabschiedete liege laut Antje Präger, Fachbereichsleiterin Umwelt, nun vor. Darin wurden langfristige Ziele zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase sowie der Ausbau von erneuerbarer Energien festgezurrt.

„Wir müssen uns nun die Frage stellen, ob der Landkreis Gifhorn ein großes Klimaschutzkonzept möcht oder nur für einen Teilbereich. Vorstellbar wäre es, ein umfassendes Konzept zu erstellen“, ist Präger überzeugt. Insbesondere mit Blick auf die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg, an der sich auch der Landkreis Gifhorn beteilige, habe sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2050 soll der Energieverbrauch für Strom, Wärme und Verkehr vollständig aus erneuerbaren Energiequellen abzudecken sein. „Entsprechend werden die Kommunen aufgefordert, sich an der Umsetzung zu beteiligen“, erläutert Präger.

Derzeit soll sich auch der Zweckverband Großraum Braunschweig derzeit mit der Erstellung eines regionalen Energiekonzeptes für den Großraum Braunschweig beschäftigen. Das Konzept soll im Frühjahr 2012 fertig sein, ersetzt aber nicht das kommunale Klimakonzept, sondern kann - so Präger - mit seinen Daten und Ergebnissen bei der Erarbeitung der kommunalen Maßnahmen einfließen.

Die Klimaschutzmaßnahmen von Kommunen werden durch das Bundesministerium des Innern gefördert (siehe Infokasten). Allerdings ist die Antragsfrist für 2011 zunächst abgelaufen. Eventuell gibt es in der zweiten Jahreshälfte einen erneuten Antragszeitraum. Über Art und Höhe der Förderung im Jahr 2012 gibt es noch keine konkreten Aussagen.

„Wir müssen die Ziele für uns umsetzen. Der Landkreis macht im Bereich Bauwesen schon einiges - damit erfüllen wir aber nicht die Auflagen“, weiß Präger. Der Kreis betreibt keine Photovoltaikanlagen in eigener Zuständigkeit, stellt aber Dachflächen möglichen Investoren zur Verfügung – wie zum Beispiel der BBS I und II.

Dort, wo sich Möglichkeiten ergeben, schließt der Kreis seine Gebäude an Nahwärmenetze/Biogasanlagen an. Das Schulzentrum Meinersen ist seit eineinhalb Jahren an eine Biogasanlage angeschlossen. Geplant ist, auch das Freibad anzuschließen. Auch am Standort der Optikerschule in Hankensbüttel wird ein Teil der erforderlichen Heizwärme von einer Biogasanlage geliefert. Geplant ist auch, die IGS über Nahwärme zu versorgen.

Blockheizkraftwerk – das Gymnasium Hankensbüttel wird seit über zehn Jahren so mit wärme versorgt. Allerdings unwirtschaftlich, weil es für den Standort überdimensioniert war. Nun wird geprüft, ob das BHKW künftig unter den Rahmenbedingungen und unter Einbeziehung eines Wärmespeichers für die Zukunft wirtschaftlich betrieben werden kann. Auch in Sachen energetische Sanierung hält sich der Landkreis an Vorgaben.

„Ein umfassendes Klimakonzept macht nur Sinn, wenn weitere Bereiche wie der Verkehrsbereich, die Planung oder die Motivation der Privathaushalte zusammenwirken“, meint Präger. Um die Vielzahl der vorhandenen Möglichkeiten zu erkennen, diese zu bewerten, schrittweise umzusetzen und anschließend evaluieren zu können, sei ein umfangreiches Klimaschutzkonzept sinnvoll. Daher soll nun für den Kreis unter Einbindung der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden erstellt werden. Begonnen wird, wenn das Regionale Energiekonzept des ZGB vorliege.

Von Carola Peiser

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