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Kreis-Landvolkverband will auf Probleme der Landwirte hinweisen

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Von: Siegfried Glasow

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Klaus-Dieter Böse, Kreisgeschäftsführer des Landvolkverbandes Gifhorn-Wolfsburg, will in Goslar bei der Umweltministerkonferenz auf die Nöte der Landwirte aufmerksam machen.
Klaus-Dieter Böse, Kreisgeschäftsführer des Landvolkverbandes Gifhorn-Wolfsburg, will in Goslar bei der Umweltministerkonferenz auf die Nöte der Landwirte aufmerksam machen. © Glasow, Siegfried

Goslar – Die Landwirte wollen nichts unversucht lassen, um auf ihre Probleme hinzuweisen. Daher schließt sich auch der Landvolk-Kreisverband Gifhorn-Wolfsburg der Aufforderung seines Landesverbandes an, im Rahmen der jetzt am Freitag, 25. November, in Goslar stattfindenden Umweltministerkonferenz auf die Probleme der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.

So fährt bereits um 7 Uhr ein Bus vom Wallparkplatz in Wittingen und danach ab 7.30 Uhr vom Heidesee an der B 188 in den Harz. Gegen 14 Uhr ist die Rückfahrt vorgesehen. Wie Kreisgeschäftsführer Klaus-Dieter Böse dazu mitteilt, „wollen wir vor Ort an die Vielzahl drängender und existenzbedrohender Herausforderungen für die Landwirtschaft erinnern“. Die Themenpalette und Betroffenheit sei groß: SUR (Sustainable Use Regulation), Rote Gebiete, Wiedervernässung der Moore und die Entwicklung des Ländlichen Raums. Auch der Wolf soll, wie bei vorherigen Umweltministerkonferenzen, seinen Platz finden.

Der Schuh drückt den Landwirten aber auch noch auf anderen Gebieten. Böse: „Die leichte bis mittlere Bodenqualität prägt den Ackerbau in der Region. Mittlere, gute bis sehr gute Erträge sind durch die fast flächendeckende Beregnung möglich – aber die Beregnungsmenge ist begrenzt, und jeder Landwirt muss entscheiden, welche Früchte beregnet werden und welche nicht.“ In trockenen Jahren seien dadurch Minderquantitäten und -qualitäten keine Seltenheit. Die explodierenden Betriebsmittelkosten bei ebenfalls steigenden Erzeugerpreisen ergäben eine recht unterschiedliche Einkommenslage in diesem Bereich. „Nicht vergessen werden sollte der Energiepflanzenanbau, vor allem der Maisanbau für Biogasanlagen, wo letztlich durch die Vergärung der Strom erzeugt wird“, so Böse. Bei steigenden Erzeugerpreisen in anderen Bereichen müssten auch die Anlagenbetreiber einen höheren Preis für den benötigten Input ihrer Anlagen ausgeben.

Nach den Worten Böses ist auch die Weidetierhaltung ein Auslaufmodell. Grund hierfür sei vor allem der Wolf und die stetige Zunahme der Wolfspopulation. „Die Landwirte, die durch Wolfsrisse ihre getöteten oder schwer verletzten Tiere bei den Kontrollgängen auffinden, haben mein Mitgefühl. Ich kann die Wolfsbefürworter nur bitten, sich mit betroffenen Landwirten zu unterhalten“, sagt der Geschäftsführer.

Kritik richtet Böse auch in Richtung Politik: „Momentan haben wir die Situation, dass die Gesellschaft und die politischen Rahmenbedingungen keine Planungssicherheit für die Landwirte mehr geben. Stetig steigende Anforderungen an Klimaschutz und Tierwohl, stetig steigende und sich verändernde Rahmenbedingungen für Pflanzenschutz und Dünger lassen die Landwirte verzweifeln.“ Man sei offen für Veränderungen, aber man müsse auch immer wieder und in letzter Zeit immer öfter Grenzen setzen. Dazu würden Gespräche mit den Politikern aller Parteien vor Ort gehören, wenn es um Dinge geht, die das Verbandsgebiet betreffe. Selbstverständlich spreche man auch mit den Politikern, die die hiesige Region im Land, Bund und in Europa vertreten.

Böse sagt: „Zahl und Intensität der agrarpolitischen Themen sind aktuell enorm. Gesetze, Verordnungen und Richtlinien sind in Planung oder bereits abgeschlossen. Die Interessenvertretung bringt sich mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften in die Debatten ein. Wenn wir seitens der Politik kein Gehör für unsere Belange finden, müssen wir juristische Maßnahmen in Erwägung ziehen.“ Wenn es der Landwirtschaft gelinge, für Themen mit gesellschaftlicher Bedeutung zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln, und wenn die Landwirtschaft positiv wahrgenommen würde, sichere man sich einen Baustein, damit auch kommende Generationen gerne und auskömmlich auf ihren Höfen leben und arbeiten können. „Dafür setzen wir uns auch auf der Demonstration in Goslar ein“, betont Böse.

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