Preise für Bauland und Häuser steigen weiter an

Im Kreis Gifhorn: Wohnen wird immer teurer

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Uwe Heißmeier (l.) und Volker Stegemann stellten den Grundstücksmarktbericht 2020 in Gifhorn vor.

Gifhorn – Seit zehn Jahren gibt es am Wohnungs- und Immobilienmarkt eine deutliche Steigerung, stellte Innenminister Boris Pistorius fest. Aber der moderate Anstieg der Zahl der Verträge zeige, dass es keine Immobilienblase sei, so der Minister.

Der Trend mit den steigenden Preisen werde sich daher wohl fortsetzen. Das sieht ganz genauso im Landkreis Gifhorn aus, wie Volker Stegemann, Vorsitzender des Gutachterausschusses, und Uwe Heißmeier, Geschäftsstellenleiter in Gifhorn, gestern bestätigten.

Zahl der Verträge beinahe gleichbleibend

Dabei spiele der Kreis in allen Bereichen im oberen Drittel des Landes mit. Höhere Preise lassen sich nur in den Ballungszentren oder im Speckgürtel von Hamburg erzielen. Die Zahl der Verträge für Erwerbsvorgänge, die von November 2018 bis Ende Oktober 2019 im Kreis erfasst wurden, liegt mit 2674 annähernd auf dem Vorjahresniveau (-1 Prozent), erläuterte Stegemann. Der Geldumsatz steige allerdings um fünf Prozent auf 511 Millionen Euro. Die Fläche betrug 2024 Hektar, ein Anstieg von 28 Prozent, was den vermehrten Verträgen über landwirtschaftliche Flächen geschuldet ist. Im Landkreis befasste sich die Hälfte der Verträge mit bebauten Grundstücken, die knapp Dreiviertel des Geldumsatzes ausmachten. Bezüglich der Flächen nahmen die landwirtschaftlichen Flächen dagegen knapp 70 Prozent ein.

Index für Wohnhäuser steigt seit 2010

Bei den freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern zahlt man nun landkreisweit 275 000 Euro (Vorjahr 260 000 Euro), der Index für Wohnhäuser stieg seit 2010 um rund 70 Prozent. Je nach Baujahrsklasse schwanken die Beträge von 140 000 Euro (Baujahr bis 1949) bis 390 000 Euro (ab 2013). Am höchsten ist der durchschnittliche Preis in Schwülper mit gut 2400 Euro pro Quadratmeter gegenüber rund 1400 Euro in Wittingen.

Reihen- und Doppelhäuser verteuerten sich um 10 000 auf 250 000 Euro nicht so stark. „Die Leute wollen um ihr Haus herumgehen“, sagte Stegemann. Eigentumswohnungen stiegen von 242 000 auf 253 000 Euro beim Erstverkauf. Beim Weiterverkauf lag die Zahl bei 125 000 nach 132 000 Euro im Vorjahr.

Ackerland wird im Kreis ebenfalls teurer

Während die Zahl der Erstverkäufe leicht sank, stieg die Zahl der Weiterverkäufe. Die Quadratmeterpreise sanken dagegen ein wenig. Bei einem Erstverkauf zahlt man nun gut 2500 Euro. Relativ am meisten gestiegen ist der Preis für landwirtschaftliche Flächen. Da kostet der Quadratmeter derzeit bis zu 3,10 Euro, je nach Ackerzahl, im Durchschnitt 2,80 Euro (Vorjahr 2,51 Euro). Die steigenden Preise liegen auch daran, dass Ackerland vermehrt zu Bauland und daher knapp werde, erklärte Stegemann. Seit 2010 habe sich der Preis im Kreis wie auch für Grünland mehr als verdoppelt.

Einen niedersachsenweiten Überblick über alle Entwicklungen gibt es erstmals unter www.gag.niedersachsen.de.

VON BURKHARD OHSE

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