Ausbau bis 2023 geplant

Kreis Gifhorn übernimmt Radwege: „Davon profitieren alle“

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Mit einem Pilotprojekt wurde bereits die Strecke Wahrenholz-Gamsen vom Landkreis aufgewertet. Weitere 82 Kilometer Radwege werden nun wohl folgen.

Landkreis Gifhorn – Ein wichtiges Thema des jüngsten Kreistages im Rittersaal des Gifhorner Schlosses waren die Radwege im Landkreis. Dieser übernahm nach Absprache mit den Kommunen auch weitere 82 Kilometer an touristischen Radwegen zur Instandhaltung und Pflege.

Derzeit befänden sich viele dieser Wege in den Händen der Kommunen, die sich „mit unterschiedlicher Intensität“ um diese kümmern, wie es in der Beschlussvorlage formuliert war.

Landrat Dr. Andreas Ebel berichtete, man sei alle Wege abgefahren und habe deren Zustand dokumentiert. In Absprache mit allen zehn Gebietseinheiten und den Bürgermeistern wurde man sich einig, dass der Landkreis künftig für die Pflege und Instandhaltung der touristischen Radwege aus Sand und Schotter aufkommen wird. „Davon profitieren alle“, sagte Ebel. Der ADFC, die DEHOGA und die Südheide Gifhorn GmbH würden das Projekt unterstützen.

565 Kilometer sollen attraktiver werden

Erste Erfolge habe man mit Pilotprojekten etwa auf der Strecke Wahrenholz-Gamsen erzielt. Mit der Übernahme der Aufgaben, will der Landkreis Synergieeffekte in den Kreisstraßenmeistereien in Meine und Knesebeck nutzen. In bestehenden Räumen könne weniger Personal gebündelt arbeiten, auch was etwa Förderanträge betrifft. In vier Phasen werden so bis 2023 nicht nur die Wege selbst gepflegt, sondern auch Schilder, Info-Tafeln und Schutzhütten aufgestellt sowie Übersichtskarten des insgesamt rund 565 Kilometer umfassenden Wegenetzes angelegt.

Fünf Millionen Euro aus der Kreisumlage

Die Kosten von insgesamt rund fünf Millionen Euro bis 2023 sollen über die Kreisumlage gedeckt werden. Stefan Marzischewski-Drewes (AfD) lobte das Projekt, betonte aber, der Landkreis könne es sich nicht leisten. Auch Frank-Markus Warnecke (Grüne) begrüßte das Vorhaben, sprach sich aber gegen eine Erhöhung der Kreisumlage aus. Sein Fraktionskollege Rüdiger Wockenfuß stellte den Antrag, einen Teil der Kosten als Invest zu veranschlagen, der wurde jedoch abgelehnt. Die Übernahme der Radwege aber wurde mit großer Mehrheit beschlossen.

Sanierungsprogramm läuft weiter

Das wurde auch ein Antrag CDU, SPD und ULG/FDP-Gruppe zur Fortschreibung des Straßen-Radwege-Sanierungsprogramms bis 2025. Damit soll das eigentlich Ende 2020 auslaufende Programm fortgeführt werden. Das bedeutet für den Landkreis jährlich vier Millionen Euro für Straßen und zwei Millionen für Radwege in die Hand zu nehmen – insgesamt also 30 Millionen Euro bis 2025. Ebel erklärte, er unterstütze den Antrag und rekapitulierte die Anstrengungen, die in diesem Programm bisher unternommen wurden (das IK berichtete). „Ich finde das ganz toll, das ist das richtige Zeichen“, sagt er.

Zu wenig für die Grünen

Warnecke hingegen ging der Antrag der „Mega-Ko“, wie er die dominierende Mehrheit im Kreistag nannte, nicht weit genug: „Man hält an alten Strukturen fest, das ist mit Blick auf den Klimawandel zu wenig.“ Er forderte, mindestens eine Verdopplung des Radwege-Etats und intelligente Lösungen, wie Rad-Schnell-Wege in den Fokus setzen.

VON DENNIS TESCH

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