Unterstützung für Migranten

Kreis Gifhorn stellt 350.000 Euro für Versorgungslücke bereit

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Jens Rannenberg (v.l.), Sandra Brünger (Diakonie Regionalleitung Gifhorn) und Dr. Andreas Ebel freuen sich über die Kooperation. Gemeinsam will man so die Versorgungslücke für anerkannte Asylbewerber schließen.

Landkreis Gifhorn – „Der Kreistag hat beschlossen, für die kommenden drei Jahren 350 000 Euro auszugeben, um das Projekt ‚Schließen der Versorgungslücke’ zu finanzieren“, erklärte gestern Gifhorns Landrat Dr. Andreas Ebel.

Zwei Sozialarbeiter helfen bei Bürokratie

Für die Ausführung der Aufgaben wurde eine Ausschreibung vorgenommen, die die Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten im Verbund mit der Dachstiftung Diakonie gewonnen hat, so der Landrat weiter. Die beiden nun eingestellten Sozialarbeiter sind nun zuständig für alle anerkannten Asylbewerber, unabhängig davon, ob sie noch in einer vom Landkreis angemieteten Wohnung, einer Gemeinschaftwohnung oder bereits in einer eigenen Wohnung leben. Denn nicht nur beim Wohnen muss einiges geklärt werden, auch die Grundversorgung in finanzieller Hinsicht mithilfe des Jobcenters muss selbstständig hergestellt werden. „Das sind große Hürden für viele der Migranten“, sagte Ebel.

Bis zur Anerkennung sind die Mitarbeiter des Landkreises zuständig, helfen auch dabei, Sprach- und Integrationskurse zu finden oder sie begleiten die Neuankömmlinge in ihrem neuen Umfeld. „In den Unterkünften gibt es von den Sozialarbeitern Sprechzeiten und ambulante Hilfen in Zusammenarbeit mit den Heimleitern“, erklärte Sandra Brünger, Diakonie Regionalleitung Gifhorn. „Mit dem Projekt haben die Menschen auch einen Ansprechpartner, um eine eigene Wohnung zu finden.“

Zweites Projekt dieser Art in Niedersachsen

Und da gebe es einiges zu beachten. Angefangen vom Räumdienst im Winter über Regeln für die Lautstärke bis hin zur Mülltrennung gibt es etliches zu lernen. „Die Sozialarbeiter achten auch darauf, ob eventuell weiterer Unterstützungsbedarf besteht, etwa hinsichtlich bestehender Traumata oder bei Kindern mit Behinderung.

Jens Rannenberg, Vorstand der Diakonie, begrüßte das Projekt ausdrücklich. „Wir sind bereits seit vielen Jahren in der Flüchtlingsarbeit tätig. Daher ist das für uns eine Herzensangelegenheit“, betonte er. Die Landeskirche hatte in den letzten Jahren dafür 25 Millionen Euro aus Spenden gesteckt, sodass Geflüchtete eine kulturelle Anbindung bekommen und es wenn möglich in ein Beschäftigungsverhältnis schaffen. Bei der Versorgung mit eigenem Wohnraum werde man darauf achten, keine Ghettos zu schaffen. „Das Projekt ist ziemlich einmalig in Niedersachsen. Nur in Goslar haben wir ein ähnliches Projekt“, erklärte Rannenberg.

VON BURKHARD OHSE

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