„Unsere Pflicht zu erinnern“

Kreis Gifhorn: Kränze als stilles Gedenken am Volkstrauertag

In Zasenbeck erinnerten Ortsvorsteher Karl-Heinz Gauert (v.l.), Pastor Florian Herterich und Plastaus Ortsvorsteher Eckhard Behn am gestrigen Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewalt.
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In Zasenbeck erinnerten Ortsvorsteher Karl-Heinz Gauert (v.l.), Pastor Florian Herterich und Plastaus Ortsvorsteher Eckhard Behn am gestrigen Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewalt.

Zasenbeck/Wesendorf – Der nationale Volkstrauertag fand gestern im ganzen Isenhagener Land im stillen Gedenken an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaften statt.

Aufgrund der Corona-Krise wurden die Kränze unter Ausschluss der Öffentlichkeit an Denkmälern im ganzen Kreisgebiet niedergelegt und an die Opfer gedacht, die in den beiden Weltkriegen und im Nationalsozialismus ihr Leben verloren.

Der Volkstrauertag hat für viele Menschen eine große Bedeutung. Das IK hat, stellvertretend für die vielen Ortschaften im Isenhagener Land, die Kranzniederlegungen in Zasenbeck besucht und die Mitglieder der Reservistenkameradschaft Wesendorf begleitet.

Corona-Krise verhindert Gedenkfeier

Eigentlich hätte der Marsch von der Zasenbecker St. Johanneskirche zum Denkmal am Teschendorfer Weg Richtung Ohrdorf von vielen Einwohnern begleitet werden sollen. In der vergangenen Zeit war es stets ein gemeinsamer Marsch nach dem Gottesdienst, um am Zasenbecker Denkmal an die Gefallenen zu erinnern.

Aufgrund der Corona-Krise war es in diesem Jahr ein stilles Gedenken. Zasenbecks Ortsvorsteher Karl-Heinz Gauert und Plastaus Ortsvorsteher Eckhard Behn gedachten zusammen mit Pastor Florian Herterich den Opfern. „Auch wenn wir mittlerweile nicht mehr selbst betroffen sind, ist es unsere Pflicht und Aufgabe an die Opfer von Gewalt und Krieg zu erinnern“, sagte Herterich. In dieser schwierigen Corona-Zeit sei es wichtiger denn je, aus der Vergangenheit zu lernen. Nur dann sei es möglich, nach vorne zu schauen. Für die beiden Ortsvorsteher war es ein besonderes Anliegen, trotz der Pandemie den symbolischen Kranz an das Zasenbecker Denkmal zu legen.

Auch in Wesendorf wurde an die Opfer gedacht: Die Mitglieder der Reservistenkameradschaft im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr Wesendorf, sehen es als ihre soldatische Ehrenpflicht an, dass sich das Ehrenmal der Gemeinde an der Celler Straße stets in einem guten, gepflegten Zustand befindet.

Seit dem Jahr 2000 haben die Reservisten die Pflege des Ehrenmals übernommen und seit der Auflösung der Wesendorfer Garnison im Jahre 2006, stellten die Reservisten traditionell die Ehrenwache zum Volkstrauertag.

Reservistenkameraden legen Kranz níeder

Bis zu 14 Mal im Jahr legen die Reservisten Hand an, um den gesamten Bereich des Ehrenmals sauber und gepflegt zu halten. Hierzu gehört es, dass im Sommer der Rasen gemäht und bei Hitze bewässert wird. Und im Frühjahr, Herbst und Winter wird das Laub entfernt, herunterfallende Äste und Zweige entsorgt und der Blumenschmuck frisch gehalten wird. So auch am Sonnabendvormittag, als die Reservisten Alfred Grapatin, Jörg Leonhard und Stefan Grünhagen, das Ehrenmal für den Volkstrauertag besonders herausputzten, da sich erneut bergeweise Laub angesammelt hatte. Dieses galt es zu entsorgen, damit es zum Volkstrauertag sauber und ordentlich erschien.

Traditionell wird durch die Reservistenkameradschaft auch ein Kranz in Wesendorf beschafft, der normalerweise während der Gedenkfeier am Volkstrauertag abgelegt wird, um als sichtbares, äußeres Zeichen zu Ehren der Gefallenen und anderer, durch kriegerische Gewaltherrschaft Verstorbener, zu gedenken.

Bedingt durch die Corona-Pandemie und die in diesem Jahr nicht stattfindende Gedenkfeier, legten die Reservisten schon beim Reinigen des Ehrenmals am Sonnabend ihren Kranz an der Gedenkstätte nieder.

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