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Kreis Gifhorn: BUND geht weiter gegen A 39 vor - Klage möglich

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Von: Burkhard Ohse

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Ein Pkw auf der Autobahn. Der Gifhorner Kreisverband des BUND geht weiter gegen den Bau der A 39 vor.
Der Gifhorner Kreisverband des BUND geht weiter gegen den Bau der A 39 vor. © Freier Mitarbeiter

Der Widerstand des BUND gegen den Bau der Autobahn 39 soll weitergehen. BUND-Kreisvorsitzender Manfred Michel berichtete während der jüngsten Jahresversammlung im Mehrgenerationenhaus Gifhorn die Vorgehensweise.

Gifhorn – Im letzten Prozess habe man Fehler bei der wasserrechtlichen Behandlung sowie bei der Verlegung der Landestraße 289 und der Bundesstraße 248 bei Ehra-Lessien aufgedeckt. Nun richte man sich gegen den Nutzen der Autobahn und habe naturschutzrechtliche Einwände.

Zwar werde von den Befürwortern hervorgehoben, dass man die Autobahn in dem strukturschwachen Nordkreis brauche. Doch zeigten Studien, dass es keine signifikanten Hinweise für die Entwicklung eines strukturschwachen Raumes durch den Bau einer Autobahn gebe, wie ein Wissenschaftler anhand von Beispielen in Thüringen herausgefunden habe. Auch ändere sich nicht das Steueraufkommen pro Einwohner in Abhängigkeit von der Entfernung von einer neuen Autobahn, was ein weiterer Indikator sei.

Eine weitere Studie widerlege die These, dass ein Autobahneffekt eine Anziehungskraft als Lebensader der Wirtschaft sei. Zudem sei der Verkehr auf Autobahnen zu 80 Prozent privat, sagte Michel. Der größte Vorteil einer Autobahn sei ein Zeitgewinn, auch gebe es einen Gewinn bei der Verkehrssicherheit, doch müsse man die nachteiligen Effekte wie eine höhere Kohlendioxidemission dagegen rechnen. „Und diese Klimaschädlichkeit muss berücksichtigt werden“, betonte Michel. Der Bedarfsplan, bei dem derzeit 1600 Straßenprojekte berücksichtigt werden, werde demnächst überarbeitet. „Und laut EU muss eine strategische Umweltprüfung vorgenommen und auch das globale Klima berücksichtigt werden“, erklärte der Vorsitzende. „Vor einer Neuordnung muss eine Alternative geprüft werden, wie der Ausbau der B 4, den wir präferieren.“

Der einzige Autobahnvorteil, die Zeitersparnis, sollte anders bewertet werden, forderte Michel. Zudem sei die Abgrenzung zum Vogelmoor, das östlich der gedachten Trasse und südlich von Ehra-Lessien liege, nicht korrekt. Im geplanten Trassengebiet selber gebe es wertvolle Biotope und weitere Lebensraumtypen, die „man hätte dazu nehmen müssen“. Die Planfeststellungsbehörde, so Michel, habe zugesagt, das zu prüfen. Zudem verlaufe die Trasse durch Wasserschutzgebiete. Und da müsse man immer vom „Worst Case“ ausgehen. Des Weiteren drohe Tausalzwasser oder von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) von der Autobahn ins Vogelmoor eingetragen zu werden. „Wenn die Planfeststellungsbehörde das Konzept neu erstellt hat, wird es ausgelegt und von uns neu bewertet“, kündigte Michel an. Eine weitere Klage gegen die A 39 sei dann durchaus möglich.

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