Landrat und AOLG setzen Jungtiere in die Oker

Kreis Gifhorn: 60 Aale in die Freiheit entlassen

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60 Farmaale setzten Jürgen Wagner, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Gifhorn, und Landrat Dr. Andreas Ebel in die Oker. 

Landkreis Gifhorn – Aale haben es in den Gewässern nicht leicht. Allein 400 Tonnen der Fische werden im Jahr durch Wasserkraftwerke deutschlandweit getötet. Außerdem haben sie einen natürlichen Fressfeind. Kormorane fressen jährlich ebenfalls rund 350 Tonnen Aal.

Hinzu kommt der Schwarzmarkt in China und Japan, wo die Fische für mehrere tausend Euro gehandelt werden. In anderen Ländern sind sie eine beliebte Speise.

Grund genug für Landrat Dr. Andreas Ebel und die Aller Oker Lachs Gemeinschaft (AOLG), zu handeln. Gemeinsam mit Jürgen Wagner, dem Naturschutzbeauftragten des Landkreises Gifhorn, setzte Ebel in seiner Funktion als Lachspate und Schirmherr für den Aalbesatz etwa 60, 15 Zentimeter große, Farmaale in die Oker. Die Aktion ist eine von vielen Maßnahmen, um den Fischbestand im Landkreis zu sichern. Dazu zählen auch der Einsatz für die Durchgängigkeit der Ise und der Bau der Fischtreppe.

„Ich habe selbst einen Angelschein und bin gerne draußen in der Natur, wenn es meine Zeit zulässt. Deswegen ist es mir als Landrat aber auch persönlich ein besonderes Anliegen, etwas für die Fische in unseren Flüssen zu tun“, betont Ebel, während er die Glasaale mit einem Kescher in die Oker entlässt.

Die Unterstützung für die Aale wird größer. Niedersachsenweit fördern EU und Land den Aalbesatz schon seit 2011. Seitdem konnten Angler und Fischer 20 Millionen kleine Glasaale aussetzen. Die AOLG beteiligt sich seit 2011 daran und setzt jedes Jahr rund 170 Kilogramm der Aale aus. Dabei wiegt ein Glasaal anfangs nur etwa drei Gramm. Um nachhaltiger mit dem Aalbestand umzugehen, haben Ebel und die AOLG die gleiche Idee. „Das Land Niedersachsen und die EU sollten darüber nachdenken, während der Fischwanderung die Turbinen für Wasserkraft abzuschalten. Denkbar wäre, den Betreibern dafür eine Entschädigung zu zahlen“, meint Ebel.

Wagner ergänzt: „Ich hoffe in diesem Punkt auch auf die Unterstützung des Tierschutzes und der anderen Naturschutzverbände.“ Außerdem fordert der Naturschutzbeauftragte generell, dass die Wasserrahmenrichtlinie verstärkt umgesetzt werden müsse und die Renaturierung noch stärker verfolgt werden sollte.

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