Kooperation in der Region

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Landrätin Marion Lau im Interview mit einem Radiosender.

Gifhorn - Von Carola Peiser. „Der Landkreis Helmstedt ist hier heute nicht mit dem Ziel angetreten, um eine Fusion mit dem Landkreis Gifhorn und der Stadt Wolfsburg einzugehen“, betonte Landrat Gerhard Kilian gestern Nachmittag im Schloss Gifhorn. Dort erläuterten der Landrat, Gifhorns Landrätin Marion Lau und Wolfsburgs Oberbürgermeistern die Beweggründe, ein neues Hesse-Gutachten in Auftrag zu geben.

In erster Linie soll das neue Gutachten, das Ende April vorliegt, Möglichkeiten aufzeigen, wo in den drei Gebietseinheiten Handlungs- und/oder Stabilisierungsbedarf besteht. „Die Frage ist doch, wo können wir noch erfolgreicher Zusammenarbeiten. Wir sind ohnehin schon auf dem Weg, den Wirtschaftsraum zu vernetzen. Wir sprechen jetzt aber von Verwaltungsaufgaben“, betont Kilian. Dass der Landkreis Gifhorn mehr mit der Stadt Wolfsburg als mit dem Kreis Helmstedt kooperiere, liege einzig allein an der räumlichen Distanz.

„Wir arbeiten in vielen Bereichen Hand in Hand - ob es die Veterinärämter sind, Schulen oder im Krankenwesen. Nun geht es darum, das Zusammenspiel der Kräfte auszubauen und den Raum zu stärken“, so Lau. Von einer Großraumregion hält keiner der Verwaltungsspitzen etwas. „Bei einer Fläche von 5 Quadratkilometern bleibt die Bürgernähe einfach auf der Strecke. Das Gutachten soll als weitere Grundlage für eine sachbezogene Diskussion dienen. Ich würde ein Zusammenrücken begrüßen - in welcher Form auch immer“, so Schnellecke. Daher wolle man um ein Entscheidungszentrum kämpfen, um Probleme auch vor Ort lösen zu können.

11 000 Euro werden sich die Kreise Gifhorn, Helmstedt und die Stadt Gifhorn teilen, das Land Niedersachsen fördert die Untersuchung mit einem Betrag von bis zu 50 000 Euro. Ein neues Gutachten sei notwendig. Zwar hat Dr. Joachim Jens Hesse bereits ein Gutachten erstellt, allerdings handelt es sich um ein Landesgutachten für die Großraumregion. „Wir wissen bereits, wo wir kooperieren können. Aber manchmal bedarf es einer außenstehenden Person, die hier und da noch Verbesserungsvorschläge hat“, so Lau. Die neue Untersuchung verfolgt also das Ziel, die bisherigen grundsätzlichen Empfehlungen des Landesgutachtens hinsichtlich ihrer konkreten Umsetzbarkeit weiter zu untersuchen. Dabei ist sowohl der Ausbau der bestehenden interkommunalen Zusammenarbeit als auch die Weiterentwicklung hin zu einer funktionellen Teilregion unter Wahrung der bisherigen kommunalrechtlichen Verfassung zu betrachten.

Bereits im Jahr 2008 wurden ersten Ansätze zu einer Neustrukturierung der Region auf verschiedenen Ebenen diskutiert. Für ganz Niedersachsen hat das Land 2010 ein Gutachten erarbeitet, das die Kommunalstrukturen auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte darlegt. Mit dem neuen Gutachten will man näher ins Detail gehen, denn das Großgutachten hat Empfehlungen zu möglichen Kooperationsräumen ausgesprochen.

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