Borgward-Treffen in Neudorf-Platendorf mit Zwischenstopp in Wittingen

Konvoi durch den Nordkreis

Kenner konnten auch im Hof der Wittinger Brauerei einen Blick unter die Motorhaube werfen. Fotos: Ohse

Neudorf-Platendorf/Wittingen. „Das war keine Pleite!“ Für die Liebhaber der Auto-Marke Borgward steht das fest. 1961 schloss die deutsche Autofirma ihre Tore. Alle Gläubiger seien bezahlt worden und es sollen sogar noch ein paar Millionen Mark übrig geblieben sein.

„Also kann von einer Pleite nicht die Rede sein“, erklärte auch Sebastian Wuth. Er und Sieghart Deierling, Harald Schrader und Klaus Kuchenbecker organisierten erneut am Wochenende auf dem Hof von Adolf Wulfes in Neudorf-Platendorf ein Borgward-Nutzfahrzeuge-Treffen.

Über 25 historische Fahrzeuge, darunter auch einige Exemplare der Marken Lloyd und Goliath, die zu Borgward gehörten, konnten besichtigt werden. Und alle waren mindestens 51 Jahre alt. Am Sonnabend fuhren die Oldtimer im Konvoi durch den Nordkreis mit einem Zwischenstopp im Hof der Wittinger Brauerei. Dort warteten weitere Freude alter Autos,.

„Das sieht schön aus, die alten Fahrzeuge vor den historischen Gebäuden der Brauerei“, fand ein Besucher, als acht Borgward-Feuerwehrfahrzeuge nebeneinander aufgereiht vor dem Kesselhaus und der Energiestation standen, ein Opel Blitz artig daneben. „Von diesen Feuerwehrfahrzeugen gibt es nur noch 16. So ein Bild bekommt man nie wieder“, schwärmte Schrader. Eines der Fahrzeuge gehörte der Feuerwehr Platendorf, ein anderes kam von der Ortswehr Sprakensehl. Nicht alle historischen Fahrzeuge hatten einen so kurzen Weg. „Die beiden letzten Fahrzeuge kamen in der Nacht, eins aus Flensburg, ein weiteres aus Bayern“, erzählte Schrader.

Personenwagen waren kaum zu sehen, denn die Nutzfahrzeugfreunde hatten sich vor Jahren von den Fans der Pkw getrennt. „Damals standen die auf Hochglanz polierten Pkws in der ersten Reihe. Die Nutzfahrzeuge wurden kaum beachtet, daher machen wir ein eigenes Treffen“, erklärte Deierling.

Acht Jahre, nachdem Borgward die Tore geschlossen hatte, baute die Firma Büssing aus Braunschweig die Lastwagen weiter. Einen historischen MAN Diesel hatte die Brauerei daneben gestellt, damit „die Borgward-Fahrer auch etwas zum Gucken haben, meinte Deierling. „Von einigen Borgward-, Goliath- oder Lloyd-Modellen gibt es nur noch wenige Exemplare“, bedauerte Wuth. So ist von dem Goli-Kastenwagen von Goliath nur noch ein weiteres Exemplar bekannt. „Die meisten Nutzfahrzeuge der Firma sind ohnehin Unikate“, sagte Schrader und verwies auf den Küchenwagen, den Fernmeldebauwagen oder das Zebra-Modell, das sogar noch Fahrten durch Libyen absolviert.

Zurück in Platendorf hievte ein Drehleiterwagen die Besucher 30 Meter in die Höhe, um sich die Fahrzeuge von oben anzusehen. Am Abend unterhielt Oldtimer-Experte und Johnny-Cash-Interpret Heinrich Wulfes die Gäste.

Von Burkhard Ohse

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