Dient auch als Ausbildung für junge Polizisten

Kontrolle an der B 4: „Konsumieren Sie Drogen?“

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Keine abwertende Geste beim Fahrzeugführer, sondern ein Test für die Pupillen. Gestern haben Polizeibeamte Fahrzeugführer an der B 4 herausgewunken und kontrolliert.

Isenbüttel/Gifhorn. An der Abzweigung Isenbüttel der Bundesstraße 4 geht es gestern etwas schleppend zu. Grund ist ein Verkehrstrichter, an dessen Ende mancher Fahrer von der Polizei herausgewunken wird. Auf einem Parkplatz dann die umfassende Kontrolle.

„Wir haben aus der Polizei-Inspektion junge Kollegen zusammengezogen, ihnen erfahrene Kollegen an die Seite gestellt. Diese Kontrolle soll auch der Fortbildung unserer neuen Kollegen dienen“, erklärt Einsatzleiter Sascha Brunken-Bruns. Denn längere Zeit konnten solche Fort- bildungen aufgrund vieler Überstunden nicht stattfinden. „Der Einsatz geht vor. Daher können auch nicht alle jungen Kollegen an der Aktion teilnehmen“, so Brunken-Bruns.

Nach einer Theoriestunde bereits am Donnerstag geht es bei der Fortbildung dann gestern um die Praxis: Der erfahrene Beamte auf der B 4 winkt die Fahrzeuge heraus; drei Teams sind für die Kontrollen zuständig: Nach Fragen zu Fahrzeugpapieren, Verbandskasten oder Warndreieck geht es dann ans „Eingemachte“. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken? Konsumieren Sie bisweilen Drogen?, lauten Fragen.

Abfragen an der Zentrale zu früheren Auffälligkeiten in dem Bereich, ergänzt mit neurologischen Tests und Überprüfung von Körperreaktionen führten dann zu freiwilligen weiteren Tests. Dafür war ein Zelt für Körperdurchsuchungen und eine mobile Toilette für Urinproben aufgestellt worden.

Gestern geht es nicht nur um Drogenkonsum, sondern generell um Fahrtüchtigkeit, betont Sascha Brunken-Bruns. Ein 33-jähriger Gifhorner etwa muss zu weitergehenden Untersuchungen, weil bei ihm der Verdacht auf Diabetes besteht. „Das hatte er bis- her nicht ernst genommen“, so der Einsatzleiter. Über ihn und auch über einen 97-jährigen Fahrzeugführer, der herausgewunken wird, bekommt die Führerscheinstelle einen Bericht, um weitergehende Untersuchungen zu Fahrtauglichkeit einzuleiten. „Uns geht es aber nicht darum, Leuten den Führerschein wegzunehmen, sondern wir wollen mehr Sicherheit auf der Straße“, sagt Brunken-Bruns.

Von Burkhard Ohse

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