Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn zieht Bilanz für das Jahr 2013

„Konstant hoher Bedarf“

Gemeinsam erarbeitet das Team der Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn an neuen Konzepten.
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Gemeinsam erarbeitet das Team der Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn an neuen Konzepten.

Gifhorn. Ihren Jahresbericht für das Jahr 2013 hat die Sucht- und Drogenberatungsstelle gestern in Gifhorn vorgestellt. Außerdem hat sie ihr Angebot um einige Aspekte erweitert.

Mit 469 Klienten in allen Arbeitsbereichen ist das schon hohe Bedarfsniveau des letztes Jahres (444) noch weiter gestiegen. Dank der offenen Sprechstunde konnten lange Wartezeiten verhindert werden. „Es besteht generell ein konstant hoher Beratungsbedarf“, erläutert Ralf Keller, Leiter der Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn.

Die Außenstelle in Wittingen wurde trotz in 2013 von 31 auf 38 angestiegenen Klientels Ende März diesen Jahres geschlossen (das IK berichtete). Grund dafür ist ein Mangel an Fördergeldern. „Im kommenden Jahr soll die Außenstelle aber wieder reaktiviert werden“, so Keller. „Die Anträge laufen bereits, eine Entscheidung wird es aller Voraussicht nach im Herbst geben.“

Im Schwerpunktbereich „Psychosoziale Betreuung von drogenabhängigen Menschen in der Substitution“ wurden im Jahr 2013 insgesamt 64 Klienten verzeichnet, 50 davon betreut die Sucht- und Drogenberatungsstelle schon länger als fünf Jahre. Dank einer Haushaltserhöhung durch den Landkreis um 20 000 Euro speziell für diesen Arbeitsbereich konnte die Warteliste abgearbeitet und die Wartezeit auf drei bis vier Wochen reduziert werden.

Das ambulant betreute Wohnen wurde in 2013 weiter stabilisiert und Anfang diesen Jahres sogar auf legale Suchtmittel (Alkohol, Medikamente, Glücksspiel) erweitert. „Unser Ziel ist die Verbesserung der Lebensumstände, eine Unterstützung im Alltag und auch die Vermeidung einer stationären Aufnahme“, erklärt Katrin Uzar-Goff.

In der Suchtprävention hat sich die Anzahl der jugendlichen Klienten von 20 auf 8 trotz zunehmender Vorfälle deutlich reduziert. Dafür seien strukturelle Gründe verantwortlich, aber auch eine Abnahme von Schweigepflichtentbindungen, hieß es. Erst mit denen darf die Sucht- und Drogenberatungsstelle Kontakt zu in die Klinik eingelieferten betrunkenen Jugendlichen aufnehmen. Ein weiteres Präventionsprojekt ist „Tom & Lisa“, bei dem Schüler einen 15. Geburtstag planen und durchführen.

Seit Anfang des Jahres 2014 gibt es zusätzlich zu den bereits bestehenden Selbsthilfegruppen für Alkohol- und Online-Sex-Süchtige eine neue Gruppe für Glücksspielsüchtige.

„Beim Drogenkonsum sind neue Trends ersichtlich“, erklärte Uzar-Goff. „Einige wenige Fälle von Crystal Meth sind auch hier aufgetreten, allerdings immer im Mischkonsum mit anderen Drogen. Außerdem ist die Anzahl jüngerer Kiffer recht deutlich gestiegen.“

Von Dennis Klüting

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