Immer mehr offene Ausbildunsgplätze / Negativtrend bei Bewerberzahlen

Köche dringend gesucht

Immer weniger junge Leute wollen den Beruf des Kochs erlernen.
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Immer weniger junge Leute wollen den Beruf des Kochs erlernen.

Landkreis Gifhorn. In Deutschland sind Köche dringend gesucht. Allein in niedersächsischen Küchen wurden im Jahr 2010 noch 1700 neue Auszubildende begrüßt. Im Jahr 2014 sind es dagegen nur noch 1100 junge Menschen, die diesen Beruf erlernen werden.

Ein dramatischer Rückgang, der auch dem bundesweiten Trend entspricht.

Und der Trend macht auch vor dem Landkreis Gifhorn nicht halt. Zahlen der Agentur für Arbeit in Helmstedt, die für den Kreis Gifhorn zuständig ist, lassen jedenfalls auf einen ähnlichen Trend schließen. Der Statistik nach werden, Stand Juli 2014, derzeit 36 offene Ausbildungsstellen für Köche im Landkreis angeboten. 19 davon sind noch unbesetzt, so die Zahlen der Agentur.

Betrachtet man die historische Entwicklung, ist dies keineswegs untypisch. In den vergangenen drei Jahren ist sowohl die Zahl der Ausbildungsstellen, als auch die der im Juli noch unbesetzten Stellen relativ konstant geblieben. Das Einsetzen des Negativtrends begann nach 2010. Ungefähr ab diesem Zeitpunkt blieben deutlich mehr Ausbildungsplätze in der Branche offen. Im vergangenen Jahr waren es ganze neun.

Wenig verwunderlich, wenn man die Entwicklung der Bewerberzahlen im Landkreis betrachtet. Denn derzeit sind lediglich 20 Bewerber auf diese Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit registriert und nur sieben davon sind noch nicht versorgt. Der Bedarf an zukünftigen Köchen in Gifhorn kann damit nicht allein mit Bewerbern aus der Region abgedeckt werden.

Noch aussagekräftiger ist die zeitliche Entwicklung der Bewerberzahlen. Hegten 2010 noch 34 junge Menschen den Wunsch, den Kochberuf zu ergreifen, hat sich diese Zahl seit 2012 bei nur noch rund 20 Bewerbern eingependelt.

Für die Nachbarkreise lassen sich indes ähnliche Entwicklungen feststellen. Im Landkreis Uelzen ist der Einbruch der Bewerberzahlen in diesem Jahr sogar ganz dramatisch erfolgt: Lediglich zwölf Personen gegenüber 23 im Vorjahr sind dort gewillt, den Kochberuf zu ergreifen.

Allerdings müssen die momentanen Statistiken noch mit Vorsicht genossen werden, stellt Stefan Freydank, Sprecher der Braunschweiger Agentur für Arbeit, fest. „Wir befinden uns gerade in der heißen Phase des Marktes. Momentan tut sich täglich etwas.“ Bis September, dem Stichmonat in Sachen Ausbildungsmarkt, werde sich das Bild in bei den unbesetzten Stellen deshalb noch verändern, das zeigen auch die Vergleichszahlen aus den vorherigen Jahren. Den Negativtrend werde dies allerdings kaum brechen können, ist sich Freydank sicher.

Von Steffen Schmidt

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