Wittingen: Hankensbüttelerin wirft Ordnungsamt der Stadt vor, sich nicht auszukennen

Knöllchen trotz Parkberechtigung

Wer auf den nicht als Parkplätzen ausgewiesenen Flächen im Innenstadtbereich parkt, muss mit einem Knöllchen und einem Verwarngeld rechnen. Auch wenn ein Parkausweis für Schwerbehinderte vorliegt. Foto: Karolat

Wittingen. Jessica Marks aus Hankensbüttel ist sauer, denn obwohl ihr Fahrzeug mit einem Behindertenschild versehen ist und sie einen entsprechenden Parkausweis besitzt, wurde ihr ein „Knöllchen“ zugestellt.

Zehn Euro sollte sie dafür zahlen, dass sie in der Lange Straße in Wittingen auf einer rot gepflasterten Fläche und nicht auf einem der ausgewiesenen Parkplätze abgestellt hatte.

Zuständig für die Überwachung des ruhenden Verkehrs ist der Landkreis Gifhorn. „Wenn Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Wittingen feststellen, dass ein Pkw auf einer nicht als Parkfläche ausgewiesenen Fläche abgestellt ist, wird ein Foto gemacht. Dieses wird dann an den Landkreis Gifhorn zur weiteren Bearbeitung geschickt“, erklärt Andreas Ritter, Ordnungsamtsleiter der Stadt Wittingen im IK-Gespräch. Dort werde dann ein Verwarngeld festgelegt und gemeinsam mit einem Anhörungsbogen verschickt. „Der Falschparker kann sich dann zu dem Vorwuf äußern.“ Wenn sich dieser aber als unrichtig erweise, werde die Verwarnung zurückgenommen.

Jessica Marks hält dem entgegen, dass aufgrund der Schwere der Behinderung ihres Sohnes und des damit verbundenen Schwerbehindertenausweises, sie auf jeden Fall berechtigt war, ihr Fahrzeug dort abzustellen.

Sie wirft der Stadt vor, sich mit den Ausnahmegenehmigungen nicht auszukennen. „Wenn einer sich auskennen muss, dann doch die Behörden!“ Selbstverständlich hätte sie gerne einen der ausgewiesenen Parkplätze genutzt, nur „die waren im Innenstadtbereich alle belegt.“

Es ginge ihr nicht nur um ihre Situation, erklärt die Hankensbüttelerin, sie denke auch an viele andere Menschen mit Handicap, die so einer Situation überfordert und hilflos gegenüberstehen.

„Wir haben nachgezählt und sind dabei auf rund 400 Parkplätze im Innenstadtbereich gekommen. Alle mit einer sehr guten Anbindung an die Innenstadt“, sagte Andreas Ritter, der die Stadt als sehr gut mit Parkflächen ausgerüstet sieht. „Man hätte nicht auf dem rot gepflastertem Gehweg parken müssen.“

Das Knöllchen in Höhe von zehn Euro brauchte Jessica Marks nicht zu bezahlen. Der Landkreis hat die Verwarnung zurückgenommen. „Aber erst nachdem ich beim Landkreis mit viel Aufwand alle Unterlagen eingereicht habe. Diese Arbeit hätte ich mir und auch anderen Betroffenen gerne erspart.“

Von Meike Karolat

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