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Knesebeck und Schönewörde: Wellplatten illegal im Wald

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Von: Dennis Klüting, Paul Gerlach

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Faserzementplatten im Schönewörder Moor.
Eine große Anhängerladung Faserzementplatten wurde zwischen Sonntag- und Montagnachmittag im Schönewörder Moor illegal entsorgt. © Privat

Isenhagener Land – Es ist eine Riesensauerei für die Umwelt, die auch immer wieder im Gifhorner Nordkreis vorkommt: Unbekannte kippen Dachwellplatten einfach illegal im Wald ab. Zuletzt gab es wieder mehrere solcher Fälle, die Waldbesitzer und Behörden haben damit viel Ärger und Arbeit.

Die Platten bestehen aus Faserzement, der ursprünglich aus gesundheitsschädlichem, krebserregendem Asbest und inzwischen aus Eternit hergestellt wird. Im Nordkreis wurden seit Jahresbeginn in mehreren Fällen Asbest-/Eternitplatten im Wald entsorgt – etwa im Momer Forst und am Forsthaus Malloh bei Knesebeck, aber auch im Schönewörder Moor. Der Landkreis beauftragte jeweils die Entsorgung.

So wurden im Schönewörder Moor an der Grenze zum Naturschutzgebiet Großes Moor zwischen Sonntagnachmittag und Montagnachmittag illegal Faserzementplatten abgeladen. Dazu muss der oder die Täter wohl einen Rückwärtskipper verwendet haben und dann losgefahren sein. Ob diese Platten Asbest beinhalteten, ist noch unbekannt. Bürgermeister Gerald Flohr hat die Polizei eingeschaltet und Anzeige erstattet. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass kurz zuvor osteuropäische Handwerker im Dorf Dacharbeiten angeboten hatten. Er bittet die Bürger um Wachsamkeit bei solchen Angeboten und darum, in solchen Fällen auch Kennzeichen entsprechender Fahrzeuge zu notieren.

Nach Polizeiangaben haben weiterhin unbekannte Täter im Zeitraum zwischen Donnerstag, 5. Mai, 16 Uhr, und dem Freitagmorgen am 6. Mai rund drei Tonnen Eternitplatten im Momer Forst abgelagert. An jenem Morgen lag der Haufen dort nach Angaben eines Bürgers in der Nähe des Schultenbergschen Dammes. Er habe eine Spur eines Schleppers mit rund 60 bis 80 PS aufgefunden. Der Transport der Platten sei mit einem Fahrzeug mit Rückwärtskipper erfolgt, vermutet er. Dieser sei beim Verlassen des Waldes anhand der Spur Richtung Knesebeck abgebogen. Die Hälfte der Eternitplatten sei in einem dafür vorgesehenen Entsorgungssack gestapelt worden, der beim Abkippen aufgerissen sei. Zwischenzeitlich traf der Bürger einen Mitarbeiter des Umweltamtes des Kreises: In Eutzen habe es einen sehr ähnlichen Vorfall gegeben, habe ihm dieser gesagt. Außerdem wurde ihm zugesagt, dass bis Ende jener Woche die Platten im Momer Forst durch eine vom Kreis beauftragte Firma abgeholt und entsorgt werden – was dann auch geschah.

Personen, die Hinweise zu den Vorfällen geben können, wenden sich an die Polizei Wittingen unter (05831) 252880. Das ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. Nach Angaben der Polizei gab es am 27. Januar einen ähnlichen Fall nahe des Forsthauses Malloh – und einen mit Asbestplatten im Nordkreis vor nicht allzu langer Zeit.

Diese Angaben decken sich mit jenen von der Kreisverwaltung: Sie verzeichnete so einige illegale Müllentsorgungen seit Jahresbeginn (Stand: 24. Mai). Asbestplatten mussten am 3. März in Dannenbüttel, am 14. April in Mahrenholz, am 16. Mai in Eutzen sowie zwischen Knesebeck und Vorhop und zuletzt am 23. Mai in Schönewörde fachgerecht entsorgt lassen werden. Die Polizei schließt einen Zusammenhang zwischen den Taten nicht aus.

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