Landkreis: Zukünftige Nutzung des Speichers in Isenhagen als Museum mit neuem Konzept denkbar

Klosterhofmuseum 2.0 bleibt Option

Der Auszug der Ausstellung aus dem Klosterhofmuseum in Isenhagen ins Depot ist keine Lösung für immer und ewig. Wenn die Augenoptikerschule die geplanten Unterrichtsräume im Klosterspeicher in einigen Jahren nicht mehr brauchen sollte, könnte das Klosterhofmuseum dort wieder einziehen. Voraussetzung ist laut Landkreis aber, dass dann ein passendes Konzept dahinter steht.

Isenhagen/Gifhorn. Gibt es irgendwann ein Klosterhofmuseum 2.0? Nach dem Auszug der Ausstellung aus Isenhagen (das IK berichtete) besteht diese Option ausdrücklich, heißt es vom Landkreis.

Zunächst einmal wird die Augenoptikerschule in den Klosterspeicher einziehen, um durch die zusätzlichen Räume mehr Platz zu gewinnen. Bei der Initiative zum Erhalt des Klostermuseums will man indes nach vorne schauen – in der Hoffnung, dass es irgendwann eine Lösung gibt.

„Wir haben uns vergewissert, was das Bauamt in Isenhagen vorhat“, sagt der Sprecher der Initiative, Reinhard Weißmann, nach Gesprächen mit der Kreisverwaltung. Auch mit Vertretern der Kreis- und Landespolitik habe man gesprochen. „Es gilt, Schäden bei der Nutzung des Klosterspeichers zu verhindern“, sagt Ulrich Willier von der Initiative. Daher sei es gut, dass die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises eingeschaltet sei. Auch Cordula Reulecke von der oberen Denkmalschutzbehörde ist durch die Initiative sensibilisiert worden: „Sie kann, wenn nötig, eingreifen. Davon gehen wir aus.“ Bei Bedarf dürfen die Mitglieder der Initiative auch noch in den Klosterspeicher hinein, betont Dr. Günter Dickmann.

Die Ausstellungsstücke aus Isenhagen wurden durch Wiebke Manzke, die die Sammlungen aller Museen des Landkreises betreut, fotografiert und notiert. Ira Tolstichin von der Initiative hofft, dass es sich nur um eine vorübergehende Nutzung des Speichers durch die Augenoptiker handelt. Mit Blick auf eine mögliche neue Ausstellung sagt sie: „Es sind gute Konzepte vorhanden.“ Ein drei Jahre altes Konzept von Dr. Christoph Schmidt, dem ehemaligen Leiter der Museen des Landkreises, sah eine Ausstellung über die „Umweltnutzung in der Geschichte“ vor. „Diese könnte ein Bindeglied zwischen dem Kloster und dem Otter-Zentrum sein“, sagt Weißmann.

Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter betont im IK-Gespräch, dass das Klosterhofmuseum seit Anfang 2016 geschlossen gewesen sei, die Besucherzahl zuvor nur noch rund 300 betragen habe und dass der Kreisausschuss den Beschluss über die Umnutzung des Gebäudes bereits im April gefällt habe.

Dass die Räume nun in der nächsten Zeit durch die Augenoptiker genutzt werden können, sei eine „Win-Win-Situation“. Der Landkreis und damit die Steuerzahler würden durch den Verzicht auf Neubauten enorme Kosten einsparen. „Wir haben einen guten Weg gefunden – mit kleinsten baulichen Eingriffen.“ Lediglich an der Beleuchtung und der Heizung hätte etwas gemacht werden müssen. Die Heizung hätte aber ohnehin erneuert werden müssen, da sie im vergangenen Jahr kaputt gegangen war. Die Pläne für die Umnutzung seien seit Monaten öffentlich bekannt, über Jahre hinweg sei zuvor darüber diskutiert worden.

Walter hält fest, dass die Ausstellungsgegenstände erhalten bleiben. „Sie werden auch wieder eingesetzt, wenn sie in ein museales Konzept passen.“ Und klar sei auch: Wenn die Augenoptiker die Unterrichtsräume im Speicher nicht mehr nutzen sollten, könne der Speicher „sofort wieder genutzt werden“, etwa für eine neue Ausstellung des Klosterhofmuseums.

Von Paul Gerlach

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