Gifhorn: Gesundheitsamt führt ab September Impfbuchaktion durch

Ein kleiner Pieks beugt vor

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Um vorhandene Impflücken zu füllen, führt der Jugendärztliche Dienst des Landkreises Gifhorn einmal im Jahr eine sogenannte Impfbuchaktion durch.

Gifhorn. Um vorhandene Impflücken zu füllen, führt der Jugendärztliche Dienst des Landkreises Gifhorn einmal im Jahr eine sogenannte Impfbuchaktion durch. „Mit der Überprüfung der Impfbücher von allen Schülern der 6. und 9.

Barbara Franke

Klassen soll eventuell auftretenden Impflücken vorgebeugt werden“, erklärt Barbara Franke, Ärztin im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst beim Gesundheitsamt Gifhorn. Mit dieser Kontrolle solle eine Verbesserung des Durchimpfungsrades erreicht werden. Eine Durchsicht der Impfdokumente ist ab September geplant. Vorab erhalten die Schulen und Eltern ausführliche Informationen zum Ablauf der Aktion. „Den Schülern wird durch die Schule rechtzeitig der Termin bekanntgegeben, an dem das Kind das Impfbuch mit in die Schule bringen soll. Diese werden dann von den Lehrern eingesammelt und an die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes weitergegeben“, erläutert Franke die Vorgehensweise.

Die Mitarbeiter sind an diesem Tag in der Schule und werden die Bücher vor Ort sichten. Sie erstellen eine individuelle Beurteilung des Impfstatus. Das Fehlen von Impfungen wird den Eltern in Form einer schriftlichen Empfehlung mitgeteilt. Außerdem erhält jeder Schüler eine Broschüre über die öffentlich angebotenen Kinderimpfungen, Informationen zu den Erkrankungen, vor denen die Impfungen schützen sollen, sowie den aktuellen Impfkalender.

„Eine erste Kontrolle der Impfbücher wird bei der Einschulungsuntersuchung durchgeführt“, erklärt Franke, „dann haben alle Kinder noch einen sehr guten Impfschutz.“ Allein durch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die bei kleinen Kindern durchgeführt werden, wird beständig der Schutz kontrolliert.

Mit zunehmendem Alter wird diese Kontrolle allerdings vernachlässigt. Ziel der Aktion ist eine bessere Beteiligung an der angebotenen Impfbuchaktion bei den Sechst- und Neuntklässlern. Die Beteiligung der Sechstklässler war bei allen Überprüfungen höher als die der Neuntklässler. Von der ständigen Impfkommission Deutschland werden bei diesen Altersklassen Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hepatitis B empfohlen.

Für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren wird zur Vorbeugung von Infektion durch menschliche Papillomaviren die Human-Papilloma-Viren-Impfung (HPV) empfohlen. Bei der Aktion im vergangenen Jahr wurde festgestellt, das die Impfquoten der Jugendlichen im Landkreis Gifhorn noch ausreichend hoch sind.

Eine vollständige HPV-Impfung haben dagegen nur 20 Prozent aller Mädchen in den neunten Klassen erhalten. Hier ist das Impfkonzept noch nicht ausreichend umgesetzt. Diese Impfung sollte vor Aufnahme der ersten Sexualkontakte der Mädchen durchgeführt werden.

Von Meike Karolat

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