Bauabschnitt Wolfsburg/Ehra-Lessien: BUND zieht vor Bundesverwaltungsgericht

Klage gegen die A 39

Nun befasst sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem geplanten Bau der A 39.

nre/dpa Gifhorn/Hannover. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Niedersachsen hatte gerichtlichen Widerstand gegen einen geplanten Bau der A 39 angekündigt, jetzt ist es amtlich.

Die Umweltschützer haben beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klage gegen den ersten planfestgestellten Bauabschnitt zwischen Wolfsburg und Ehra-Lessien eingereicht. Dabei werde der BUND vom Umweltverband Nabu unterstützt, heißt es in einer Mitteilung.

Der Schritt vor Gericht sei nötig, weil alle Einwände seit Beginn der Planung von den Entscheidungsträgern ignoriert worden seien. Manfred Michel, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Gifhorn: „Unsere Vorschläge wurden nicht aufgegriffen, obwohl mit dem Bau der A 39 ein großer noch unzerschnittener verkehrsarmer Raum der Bundesrepublik verloren geht.“

Der Neubau der A 39 auf 105 Kilometern zwischen Wolfsburg und Lüneburg gehört zu den umstrittensten Verkehrsprojekten der Region. Betroffene Landkreise befürchten, ohne den Bau in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung abgehängt zu werden. Kritiker hingegen befürchten Umweltschäden und ausufernde Kosten. Sie fordern stattdessen etwa den Ausbau der Bundesstraße 4.

„Die geplante A 39 beeinträchtigt nationale und europäische Schutzgebiete und zerstört wertvolle Lebensräume wie das Tappenbecker Moor und naturnahe Gewässerläufe. Außerdem zerschneidet sie Wanderwege der sich gerade im Landkreis Gifhorn ausbreitenden Wildkatze“, sagt Holger Buschmann, Landesvorsitzender des Nabu in Niedersachsen, im Zusammenhang mit der jetzt eingereichten Klage.

Die juristischen Schritte waren vom BUND bereits vor wenigen Wochen im Zuge einer Bereisung der möglichen A 39-Trasse durch grüne Politiker angekündigt worden. Dabei zeigte sich der BUND optimistisch, was den Ausgang des Verfahrens betrifft, räumte aber auch ein, dass es vor Gericht gegen den Bauherrn, die Bundesrepublik Deutschland, nicht leicht werde, weil die Planung handwerklich gut gemacht sei: „Die Planungsbehörde hat gut gearbeitet, das wissen wir von unserem Anwalt“, sagte seinerzeit Eva Gresky, Vorstandsmitglied des Gifhorner BUND-Kreisverbandes. Als Herausforderung werden von den Naturschützern auch die Kosten für die Klage gesehen. Bis zu 20 000 Euro würden benötigt.

Im aktuellen Koalitionsvertrag von SPD und CDU wird dem Autobahnbau eine zentrale Bedeutung für die Stärkung der Verkehrsinfrastruktur zugeschrieben. Für die Regierungsparteien gehört der Ausbau der A 39 zu den Projekten, die zügig vorangetrieben werden sollen.

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