Kinderschutzbund denkt über Ausweitung des Mittagstisches nach

Bald auch im Nordkreis?

Das Mehrgenerationen- (r.) und das Fachwerkhaus des Kinderschutzbundes in Gifhorn.
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Das Mehrgenerationen- (r.) und das Fachwerkhaus des Kinderschutzbundes in Gifhorn.

Landkreis Gifhorn. 18 Kinder besuchen regelmäßig den pädagogischen Mittagstisch des Kinderschutzbundes in Gifhorn. Die Grundschulkinder bekommen dort eine Mahlzeit und werden anschließend bei ihren Hausaufgaben unterstützt.

Jetzt will der Kinderschutzbund sein Angebot im Mehrgenerationenhaus an der Gihorner Flutmulde ausweiten. Mehr noch: Über ein weiteres Angebot im Nordkreis werde bereits nachgedacht. „Das ist aber noch Zukunftsmusik“, sagt Cornelia Scheller, Geschäftsführerin beim Kinderschutzbund in Gifhorn.

Zuerst werde man versuchen, das vorhandene Angebot für Kinder der Klassen fünf und sechs aufzustocken, sagt sie. Dazu solle das Fachwerkhaus genutzt werden. Seit 2009 bauen Kinder und Jugendliche aller Altersklassen, jeder Herkunft und aus zumeist schwierigen Lebenssituationen, das alte Gebäude wieder auf. Gut eine Viertelmillion Euro werden insgesamt investiert. „Ich denke, dass wir noch in diesem Jahr die ersten Räume in Erdgeschoss nutzen können“, sagt Scheller. Dort solle dann der pädagogische Mittagstisch für die Fünft- und Sechstklässler installiert werden.

„In den fünften und sechsten Klassen brechen die Schulleistungen oft weg“, weiß Scheller. Gerade, wenn es um die Klientel gehe, die den Mittagtisch besuche. Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen seien darunter, Kinder aus Migrantenfamilien, deren Eltern kein oder kaum Deutsch sprächen oder Kinder von Alleinerziehenden, wo manchmal einfach nicht die Zeit da sei, sich ausreichend um die Hausaufgaben zu kümmern. „Da wäre es wirklich gut, wenn wir die aktuellen Viertklässler unserers pädagogischen Mittagstisches weiter betreuen könnten“, sagt die Geschäftsführerin. Zehn Plätze, so Scheller, könnten eingerichtet werden. Die Betreuung solle vielfach von eherenamtlichen Helfern geleistet werden.

Dazu bräuchte es natürlich noch mehr, wenn der Kinderschutzbund sein Angebot in den Nordkreis ausweitet. Schon jetzt holen Helfer der Organisation Kinder für den pädagogischen Mittagstisch ab. „Aber mehr als ein Radius von zehn Kilometern, in dem wir die Kinder abholen, ist nicht leistbar“, berichtet Scheller. Die Fahrerei nähme zu viel Zeit in Anspruch. Insofern sei eine Ausdehnung des Angebots nach Norden nur sinnvoll. Dazu müssten aber noch Gespräche geführt werden. „Vielleicht ist es in einem oder eineinhalb Jahren schon alles viel konkreter“, sagt Scheller.

Von Jens Schopp

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