Plätze und Personal im Landkreis Gifhorn knapp / Verwaltung soll Konzept erarbeiten

Kinderbetreuung soll besser werden

+
Um die Situation der ganz kleinen Bewohner im Kreis Gifhorn und ihrer Familien zu verbessern, beschloss der Kreistag jetzt, ein Konzept für die Verbesserung der Kinderbetreuung zu erarbeiten.

Gifhorn. Kinderbetreuung im Landkreis Gifhorn wird zunehmend schwierig. Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt fortlaufend. So wurden zwischen 2013 und 2016 im Landkreis 219 neue Krippenplätze und 596 Ganztagsplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren geschaffen.

Aber auch der Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahre und an Plätzen mit einem höheren Betreuungsumfang als vier Stunden am Tag steigt enorm. Hinzu kommt, dass ein Mangel an Fachkräften herrscht und kaum noch geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Der Kreistag beschloss vor diesem Hintergrund kürzlich einstimmig: Die Verwaltung wird damit beauftragt, mit allen in der Kindertagesbetreuung tätigen Gebietseinheiten, freien Trägern und sonstigen mit der Kinderbetreuung befassten Organisationen im Landkreis ein Konzept zur Verbesserung der Kinderbetreuung zu erarbeiten und Vorschläge zur Beschlussfassung vorzulegen.

„Viele Kommunen haben Platzmangel“, sagte Klaus Rautenbach (Grüne). Teils würde in Provisiorien gearbeitet. Eine vorausschauende Planung seitens des Kreises sei bislang „nur bedingt“ zu erkennen. Vier-Stunden-Plätze seien mittlerweile nicht mehr angesagt. Landrat Andreas Ebel erläuterte, dass die Steuerung der Kinderbetreuung stärker durch den Kreis erfolgen soll: „Wir wollen eine qualitative Betreuung und nutzerfreundliche Öffnungszeiten.“

Beim Kreis liegt die Gesamt- und Planungsverantwortung, um den Rechtsanspruch der Eltern auf Kinderbetreuung sicherzustellen. Er hat allerdings die kreisangehörigen Kommunen damit beauftragt, für ausreichend Betreuungsplätze in den Tageseinrichtungen (Krippe und Kindergarten) zu sorgen. Die Kommunen betreiben die Kindertageseinrichtungen entweder selbst oder durch Dritte. Die Ausbildung, die Anerkennung und den Einsatz von Kindertagespflegepersonen organisiert der Fachbereich Jugend beziehungsweise das vom Landkreis mit der Aufgabe beauftragte Kindertagespflegebüro des DRK-Kreisverbandes.

Entstanden ist die Idee, Kreispolitik, kreisangehörige Kommunen, Berufsschulen, Kita-Träger, Kindertagespflegepersonen und die beteiligen Fachbereiche der Kreisverwaltung an einen Tisch zu holen, um konkrete Projekte zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung zu initiieren. Die Auftaktveranstaltung ist für September 2017 vorgesehen. Die Bürgermeister der kreisangehörigen Städte, Samtgemeinden und der Einheitsgemeinde Sassenburg haben dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare