Landgericht verurteilt ehemaligen Gifhorner zu Gefängnisstrafe ohne Bewährung

Sex mit Kind: Zwei Jahre Haft

+

Gifhorn/Hildesheim. Er soll im Herbst 2009 mit einer 13-Jährigen einvernehmlich Geschlechtsverkehr gehabt haben.

Gestern ist ein 42 Jahre alter ehemaliger Gifhorner wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes vom Landgericht Hildesheim zu zwei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Weil der Teenager im November 2010 einen gesunden Sohn zur Welt brachte, war der Mann von einer Verwandten angezeigt worden.

Weder von der Schwangerschaft noch von der sexuellen Beziehung zu einem „Freund der Familie“ wollten die Eltern des inzwischen 16-jährigen Mädchens etwas bemerkt haben. Der arbeitslose Mann war nach seiner Haftentlassung in das Haus der achtköpfigen Familie nach Gifhorn gekommen und hatte dort viel Zeit mit Handreichungen, aber auch mit der Betreuung der sechs Kinder verbracht. Wenige Tage vor dem 14. Geburtstag des Opfers sei es dann in dessen Kinderzimmer zum ersten einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen, bestätigte die junge Mutter gestern auf Fragen des Gerichts.

Sicher habe dem sexuellen Missbrauch „eine von Zuneigung geprägte Beziehung zugrunde“ gelegen, sagte Volker Heckemüller, Vorsitzender Richter der 3. Strafkammer, bei seiner Urteilsbegründung. Denn der vorbestrafte Arbeitslose und der Teenager hatten von einer gemeinsamen Lebensperspektive als Paar gesprochen. Doch wie ein 40-jähriger Mann ernsthaft auf die Idee verfallen könne, mit einer 14-Jährigen eine Lebenspartnerschaft einzugehen, das überstieg die Vorstellungskraft der Kammerrichter und der Staatsanwältin Christina Panneck.

Sexuelle Handlungen mit einem Kind stehen unter Strafe. Weder das Kind noch die Eltern können solchen Handlungen zustimmen, musste der Angeklagte nun zur Kenntnis nehmen. Unumwunden hatte er die Tat zugegeben, nachdem durch ein Gutachten seine Vaterschaft festgestellt worden war. Seine Verantwortung für das Kind will er übernehmen, betonte seine Gifhorner Verteidigerin Bettina Williges.

Das Mädchen und ihr Neugeborenes waren „aus dem Haushalt der Eltern rausgenommen worden“, um in einem Mutter-Kind-Heim betreut zu werden. Die 16-Jährige will nun den Hauptschulabschluss machen, um dann das Malerhandwerk zu erlernen. Der jungen Frau gehe es inzwischen gut, sie beklage keine weiteren Folgen des Vorfalls, erklärte die Kammer.

Von Angelika Jansen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare