Jäger geraten zunehmend unter Druck durch militante Gruppen

Keine Mittel gegen Wolfspopulation

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Ernst-Dieter Meinecke (v.l.), Baraba Otte-Kinast und Helmut Dammann-Tamke sprachen über das Thema Wolf und dem damit vorherrschendem Druck auf die Jäger. 

Gifhorn – Während einer extra einberufenen Pressekonferenz, die im Rahmen der Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen in der Gifhorner Stadthalle stattfand, äußerte sich der Präsident Helmut Dammann-Tamke auch zu den großen Herausforderungen und den Bedrohungen gegen die Jäger.

An der Spitze stehen laut Dammann-Tamke zunächst einmal der Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) und der dadurch begründete Abschuss von 3.700 Wildschweinen im vergangenen Jahr. Die Bejagung diene ausschließlich der Sicherheit, denn mittlerweile sei die ASP auch schon in Belgien aufgetreten und hatte sich gerade in den osteuropäischen Ländern rasant ausgebreitet. Von der Rapsblüte bis zur Mais-ernte hätten die Schwarzkittel nicht nur sehr gute Versteckmöglichkeiten, sondern auch eine hervorragende Nahrungsgrundlage. Mittlerweile scheuen sich Wildschweine nicht davor in die nahen Städte zu wandern, um sich vor den Jägern auf sicherem Terrain zu schützen.

Ein weiteres Thema war die Ausbreitung der Nutrias, deren Bejagung sich als schwierig darstelle. Schäden an Uferböschungen der Gewässer und Deiche durch Unterwühlung treten vermehrt auf. Nutrias bekommen jährlich drei Mal jeweils bis zu zehn Junge, die schon nach fünf Monaten zu geschlechtsreifen Multiplikatoren werden. Während die Reduzierung dieser Nager im Jagdrecht verankert ist, aber immer mehr zu einer Plage gewordenes Problem mutiere, sei mittlerweile auch die Jagd auf Wildgänse gesetzlich gelockert worden. Bedingt durch die Flurschäden, die diese anrichten, wurde eine gesetzliche Regelung erforderlich.

Das Thema „Wolf“ wurde von Dammann-Tamke noch einmal besonders deutlich angesprochen, denn hier nehme der Druck auf die Jäger besonders zu. „Hochsitze werden angesägt oder umgestürzt, Kennzeichen von Autos der Jäger notiert, Wildkameras gestohlen und die Jagd durch die sogenannte Zivilgesellschaft gestört. Anfeindungen, Drohungen und Beleidigungen gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Dies gilt auch für die Animal Liberation Front, die in den USA sogar als terroristische Vereinigung eingestuft wird“, berichtet der Präsident.

In Niedersachsen gibt es derzeit 20 Rudel, vier Wolfspaare und zwei Einzelgänger, die mittlerweile auch im Landkreis Gifhorn gesichtet wurden. Der Gifhorner Kreisjägermeister und stellvertretende Präsident der Landesjägerschaft, Ernst-Dieter Meinecke, berichtete zudem, dass zum Beispiel beim Ehraer Rudel in diesem Jahr mit Nachwuchs zu rechnen ist und dass es zurzeit keine Mittel gebe, die Wolfspopulation in den Griff zu bekommen. Allerdings sei man auch der Meinung, dass der Wolf eine geschützte Art bleiben müsse. Unauffällige Rudel seien zu erhalten, was darüber hinaus ginge, müsste beschränkt werden, zum Beispiel durch eine „Entnahme“ von Jungwölfen auf der Suche nach neuen Revieren.

sg

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