Gifhorner Veterinäramt warnt vor Mitbringsel aus Osteuropa

Schweinepest: „Kein Schutz, keine Impfe“

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Unter Wildschweinen breitet sich die Afrikanische Schweinepest schnell aus. Die Krankheit grassiert seit drei Jahren in Polen und breitet sich nun auch in Tschechien aus. Ein Übergriff auf Deutschland wäre verheerend.

Landkreis Gifhorn. Die Afrikanische Schweinepest verbreitet sich seit Jahren in Polen und nun auch in Tschechien. Eine Entwicklung, die auch hierzulande besorgt verfolgt wird. Dr. Mario Ruppert, Veterinäramtsleiter beim Landkreis Gifhorn, gibt dazu einen Überblick.

„Das ist eine für die Tiere sehr gefährliche und hochgradig ansteckende Krankheit, der man entsprechende Aufmerksamkeit entgegen bringen sollte“, erklärt der Tiermediziner. „Es gibt keinen Schutz, keine Impfe.“ Ein Übergriff der Krankheit nach Deutschland könne daher massive Auswirkungen auf die hiesigen Schweinebestände haben. „Seit etwa drei Jahren wütet die Krankheit in Polen“, berichtet Ruppert. „Sie verbreitet sich unter den Tieren über das Blut.“ In Tschechien sind bislang nur Wildschweine, in Polen aber auch schon Hausschweine infiziert.

Ein Ausbruch der Krankheit könnte nach Rupperts Ansicht schneller erfolgen, als sich viele ausmalen: „Osteuropäer, die nach Deutschland reisen, bringen oft Fleischwaren als Mitbringsel mit. Schnell wird ein nicht aufgegessenes Wurstbrötchen weggeworfen – schon haben wir die Infektionsgefahr.“ Besondere Gefahr bestehe an Autobahnraststätten – auch die Fundstelle in Tschechien war nahe einer Autobahnraststätte. „Das wäre meine Vermutung, wie die Krankheit dorthin übertragen wurde“, sagte Ruppert. „Klar kann ein Wildschwein auch an mehreren Tagen über 400 Kilometer zurücklegen, das halte ich persönlich aber für unwahrscheinlicher. Aber es handelt sich natürlich nur um Vermutungen.“

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest hätte hierzulande verheerende Folgen: „Hausschweine sind hier stark verbreitet“, so Ruppert. „Es müssten Sperrgebiete eingerichtet werden, der Handel mit den Tieren müsste unterbunden werden. Das wäre für die Landwirte sowohl emotional als auch wirtschaftlich äußerst unangenehm.

Die Afrikanische Schweinepest stelle eine längerfristige Bedrohung dar. „Wie gesagt, es gibt keine Impfstoffe“, betont der Tiermediziner. „Man kann ja nicht einfach alle Wildschweine abschießen.“ Präventionsmaßnahmen gestalten sich als aufwändig: Neben Informationsmaßnahmen steht die Hygiene im Vordergrund. „Ein Landwirt solle eben nicht mit Stiefeln in den Stall, mit denen er vorher in den Wald gegangen ist“, so der Veterinär. Dennoch gilt: „Wir können keinen 100-prozentigen Schutz hinbekommen“, sagte Ruppert. „Das gelingt maximal in einem Forschungslabor – und auch da nicht immer.“

Von Dennis Klüting

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