Aufnahmekapazitäten sind ab März erschöpft / Kreis muss jetzt Häuser kaufen

Kein Platz für Asylbewerber

Landkreis Gifhorn. Anfang März könne der Landkreis keine Flüchtlinge mehr unterbringen, sagt Landrat Andreas Ebel. Um weiteren Menschen ein Dach über dem Kopf geben zu können, müsse der Kreis Immobilien und Mobilbauten erwerben, kündigte er an.

Die Finanzierung müsse aller Voraussicht über einen Nachtragshaushalt samt Anhebung der Kreisumlage gestemmt werden.

Gestern hatte Ebel sich mit Walter Lippe (Erster Stadtrat Gifhorn), Heinrich Wrede (Bürgermeister SG Meinersen), Helmut Holzapfel (Papenteich), Hans F. Metzlaff (Isenbüttel), Manuela Peckmann (Brome) und Anja Meier (Boldecker Land) zum ersten so genannten Flüchtlingsgipfel getroffen. Montag kommender Woche, 2. Februar, werden sich alle Bürgermeister der Samtgemeinden beziehungsweise Städte im Landkreis treffen.

„Zurzeit haben wir 750 Asylbewerber im Leistungsbezug“, sagte Ebel. Kurz vor Weihnachten habe der Landkreis vom Land Niedersachsen die Nachricht bekommen, dass bis 30. September weitere 766 Menschen aufzunehmen seien. „Wir gehen davon aus, dass 250 von ihnen freiwillig zurückkehren oder abgeschoben werden“, so Ebel. 80 Prozent der Asylbewerber stammten vom Balkan. Fast alle Staaten gelten seit September 2014 als so genannte sichere Drittstaaten. Unter das Asylrecht fallen von dort die wenigsten Menschen, die hier einen Antrag stellen.

Ebel geht davon aus, dass im Landkreis bis September 1250 Flüchtlinge beziehungsweise Asylbewerber unterzubringen seien. „Dafür fehlen uns die Kapazitäten.“ Die zentralen Unterbringungsmöglichkeiten in Meinersen und im Gifhorner Clausmoorhof seien belegt. Bei den dezentralen Unterbringungen in den Kommunen seien die Kapazitäten nahezu erschöpft. Insofern bleibe dem Landkreis keine andere Möglichkeit, als selbst Immobilien zu erwerben. Bei den erwähnten Mobilbauten handele es sich nicht um Container, so Ebel.

Er betonte, dass der Kreis an einer gerechten Verteilung der Menschen auf alle kreisangehörigen Kommunen interessiert sei. Enttäuscht sei man hingegen vom Land. Unterstützung in Sachen Unterbringung komme aus Hannover nicht. „Wir müssen sehen, wie wir die Menschen versorgen“, sagte Ebel. Die Kosten würden erst mit einem Zeitverzug von zwei Jahren erstattet. Ebel: „Wer Wohnraum zur Verfügung stellen kann, soll sich bitte im Kreishaus melden.“ Kontakt: (05371) 82196.

In einer Flüchtlingsunterkunft im Kreis Uelzen wurde Sonntagabend bei einer Messerstecherei ein Asylbewerber schwer verletzt.

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