Welfen-Chapter Braunschweig lädt Harley-Davidson-Fans zur Rallye nach Schneflingen ein

Kein Motorrad wie jedes andere

Prächtiger Anblick: Die Palette bei den Harley-Davidsons reicht von puristisch bis hin zu luxuriös mit allen Schikanen.
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Prächtiger Anblick: Die Palette bei den Harley-Davidsons reicht von puristisch bis hin zu luxuriös mit allen Schikanen.

Schneflingen. Eine Harley-Davidson ist nicht einfach ein Motorrad. Sie ist ein Kultgegenstand, so möchte man meinen, wenn man die Gemeinde ihrer Eigner und Verehrer sieht.

Die Besucher maßen sich in der Disziplin Bierfassweitwurf.

Mit weltweit über einer Million Mitgliedern ist die „Harley Owners Group“ eine einzigartige Gemeinschaft von Besitzern ganz besonderer Fahrzeuge. Kein anderer Hersteller auf der Welt kann einen solchen wohlorganisierten Fanclub mobilisieren. Das „Welfen-Chapter Braunschweig“, das zur „Harley Owners Group“ gehört, wurde 1993 als eingetragener Verein gegründet. Demzufolge ist in diesem Jahr ein Jubiläum zu feiern und die Biker luden zur „Welfenrallye 2013“ ins Schützenholz nach Scheflingen ein, wo auch in den vergangenen Jahren schon die Motoren dröhnten. Am Freitag konnten sich die Teilnehmer nach der Ankunft bei Live-Musik und Disco einstimmen, am Sonnabend ging es nach dem Frühstück in einer gemeinsamen Ausfahrt zum Braunschweiger Schlossplatz. Anschließend konnten die Besucher am Schießstand ein scharfes Auge und eine ruhige Hand beweisen, während andere sich in Disziplinen wie dem Bierfassweitwurf maßen.

Indessen feierten die meisten Biker ihr Wiedersehen mit den Gleichgesinnten, tauschten Neuigkeiten aus Familien- und Bekanntenkreis aus und vertieften sich in fachliche Debatten über ihre Motorräder.

Auch ein Souvenirshop bot seine Waren an, aber ein besonderes Schmankerl hatten die Welfen selbst in petto: Wer wollte, konnte sich mit seiner Harley fotografieren und auf Wunsch das Foto sogar auf einen Kaffeebecher kopieren lassen. Neugierigen Zuschauern, die selbst kein solches Bike besitzen, wurde eine Harley für das Foto zur Verfügung gestellt. Der Erlös der Aktion kommt karitativen Zwecken und zwar einem Kinderheim in Braunschweig zugute.

In Schneflingen feierten die Biker ein Wiedersehen mit Gleichgesinnten und führten fachliche Debatten

Wer erwartet, bei einem solchen Treffen ausgeflippte Rocker-Typen à la Easy Rider anzutreffen, wird herb enttäuscht. Auf den Harleys sitzen Menschen aller Alters- und Berufsgruppen – vom fast noch jugendlichen Bauarbeiter bis zum pensionierten Studienrat. So hat es jedenfalls den Anschein. So standen denn auch unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten für die Teilnehmer zur Verfügung. Der „Campground“ wurde gern angenommen. Für jene, die lieber im Hotel übernachteten, bot der Veranstalter einen preiswerten Shuttleservice an. So unterschiedlich wie die Männer und Frauen im Sattel sind auch die Fahrzeuge selbst. Vom ganz puristischen, matt schwarz lackierten Motorrad ohne Sozius reicht die Palette bis hin zum Luxusexemplar mit allen technischen Schikanen und jedem möglichen Komfort. Allen aber ist eins gemeinsam: der außerordentliche Pflegezustand. Man sah man mit äußerster Hingabe gepflegte Motorräder, deren Fahrer vermutlich jede Schraube mit Vornamen kennen. Nach ihren Verpflichtungen in Familie und Beruf reiten sie alle ein Steckenpferd. Es heißt Harley-Davidson.

Von Günter Zogbaum

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