Bei der Europawahl ist einiges anders als bei nationalen Urnengängen

Kandidaten ohne Wahlkreis

Bei der Europawahl gibt es nur eine Stimme.
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Bei der Europawahl gibt es nur eine Stimme.

Landkreis Gifhorn. Wenn die Wähler am 25. Mai im Wahllokal ihren Stimmzettel für die Europawahl entgegennehmen, werden sie erst einmal ein wenig Mühe haben, mit dem Papier klarzukommen. Und nicht nur das.

Bei der Abstimmung über Europa ist einiges anders als bei einer nationalen Wahl.

Das fängt bereits beim Stimmzettel an. „Der dürfte länger sein als bei der Wahl vor fünf Jahren“, sagt Matthias Rode. Er ist stellvertretender Wahlleiter im Gifhorner Kreishaus. 2009, so schätzt Rode, war das Stück bereits fast einen Meter lang. Welche und wie viele Parteien und Kandidaten dieses Mal auf dem Stimmzettel stehen werden, kann Rode noch nicht sagen. Erst am 3. März müssen die Wahlvorschläge beim Bundeswahlleiter eingegangen sein. „Aus Hannover bekommen wir dann eine Vorlage zum Druck der Zettel, die von einer externen Druckerei hergestellt werden.“

Da es bei einer Europawahl keine Wahlkreise wie bei einer Bundes- oder Landtagswahl gibt, haben auch die Parteien so ihre Probleme. Beispiel SPD: Sie nominierte für den hiesigen Bereich (Bezirk Braunschweig) Annegret Ihbe. Allerdings: Direkt kann sie nicht gewählt werden, eben weil es keine Wahlkreise gibt. Insofern stehe auf dem Wahlzettel auch SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz, sagt Dirk Roller, Geschäftsführer des SPD-Bezirks Braunschweig, zu dem Gifhorn gehört. Die Wahl sei eine reine Listenwahl.

Auf der Bundesliste rangiert Ihbe auf Platz 38. Das sei ein nahezu aussichtsloser Platz, gibt Roller zu. Komme sie nicht ins Parlament, müsse wie bisher der Hannoveraner Europaabgeordnete Bernd Lange die Region für die SPD in Brüssel vertreten. Fraglich sei auch, ob die Partei mit Ihbes Konterfei auf ihren Plakaten im Landkreis Gifhorn werben wird. Roller weiß, dass es verwirrend für den Wähler sein könnte, wenn er eine plakatierte Kandidatin nicht auf dem Stimmzettel wiederfinde. Und noch verwirrender könnte es im Straßenbild werden, wenn ein zusätzlicher Kopf an den Plakatwänden prangt. In Niedersachsen werden am 25. Mai auch noch Verwaltungs-Chefs gewählt.

Leichter haben es da die Grünen. Ihre Bundes-Spitzenkandidatin Rebecca Harms stammt aus der Region und sitzt auch schon im Parlament in Brüssel beziehungsweise Straßburg.

Von Jens Schopp

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