Verdi-Demo: Treffen der Streikenden vor dem Gifhorner Schloss untersagt

Kampf gegen die Schere

Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller begrüßte die Streikenden vor der Stadthalle. Vom Rathaus in der Gifhorner Innenstadt waren die meisten Teilnehmer im Pulk zur Stadthalle marschiert.
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Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller begrüßte die Streikenden vor der Stadthalle. Vom Rathaus in der Gifhorner Innenstadt waren die meisten Teilnehmer im Pulk zur Stadthalle marschiert.

Gifhorn. Fast 1000 Mitglieder der Gewerkschaft Verdi zeigten gestern mit einem ersten Streik, was sie von dem ersten Verhandlungstag mit den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen halten.

„Es ist völlig daneben, dass der Bundesinnenminister Thomas de Maizière unsere Forderungen für maßlos hält“, stellte Stefan Hölter, Personalrat beim Landkreis und Verdi-Mitglied klar. „Uns geht es vor allem um den Sockelbetrag von 100 Euro mehr pro Mitarbeiter. Das ist ganz wichtig für die unteren Einkommensgruppen, denn die Einkommensschere geht immer weiter auseinander. “.

Gegen 10 Uhr startete ein langer Zug Streikender aus ganz Südostniedersachsen vor dem Gifhorner Rathaus zur Stadthalle, wo die Landräte beim Niedersächsischen Landkreistag saßen. Eigentlich sollte der Demonstrationszug vom Schloss der Kreisverwaltung starten. „Dort wollten wir uns sammeln. Das hat die Landrätin uns aber untersagt“, so Thomas Starmann. Der Verdi-Sekretär vom Bezirk Südostniedersachsen in Braunschweig hatte die Kundgebung in Gifhorn organisiert.

Zwischen im Halteverbot geparkten Limousinen machten sich die Gewerkschafter, darunter Kindertagesstätten- und Bauhofmitarbeiter, Angestellte von Gemeinden, Landkreisen, Bund und Sparkassen oder kommunalen Abfallbeseitigungsfirmen und Krankenhäusern lautstark mit Trillerpfeifen bemerkbar. „Wir sind es wert. Wir sind die Guten“, stand neben Tarifforderungen von 100 Euro plus 3,5 Prozent auf den Transparenten. „Wir haben uns zum Streik entschlossen, um Druck auszuüben, damit wir bei der zweiten Verhandlungsrunde am 21. März ein Angebot vorgelegt bekommen“, erklärte Starmann. Bei der anschließenden Kundgebung verteidigte Corinna Jahr von Verdi-Helmstedt die Forderungen der Gewerkschaftler. „Den Arbeitgebern um Bundesinnenminister de Maiziere ist unsere Forderung zu viel. Uns sind 850 Euro Diätenerhöhung für die Bundestagsabgeordneten zu viel“, sagte sie und verwies auf Erzieherinnen, Hausmeister, Schulsekretärinnen oder Rettungssanitäter, die in der Einkommensskala weit unten stünden.

Von Burkhard Ohse

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