Hypnose, Yoga, Tipps und viele Informationen in Gifhorner Stadthalle

Kampf gegen Depressionen

Viele Informationen gab es zum Thema Burnout und Depressionen in der Stadthalle. Fotos: Ohse

Gifhorn. „Jeder braucht seinen eigenen Weg.

Und es gibt viele Möglichkeiten, seinen eigenen Weg zu finden“, sagte Sylvia Rohrbeck, die zusammen mit dem Netzwerk gegen Depression die Veranstaltung „Leben im Ungleichgewicht“ am Sonnabend in der Gifhorner Stadthalle organisiert hatte.

Für die Wegfindung gab es Vorträge, Workshops und Informationsstände von Mitgliedern des Netzwerks, bestehend aus Institutionen und einzelnen Fachleuten. „Wir sehen in der Prävention das wichtigste Ziel“, sagte Rohrbeck. „Das ist der richtige Weg.“

Wie gut Rücken- oder Handmassage tun, konnte man gleich in der Stadthalle erleben.

Doch auch für den Fall, dass die Krankheit Depression und damit einhergehend oft Burnout weiter fortgeschritten sind, gibt es Hilfe im Landkreis. Einiges davon bietet Stellwerk mit Beratungs- und Tagesstätten in Gifhorn und Wittingen. „Wir bieten Beratung und Gruppenangebote“, erklärte Andrea Tornow von Stellwerk. Dazu gebe es die Möglichkeiten von ambulanter Ergotherapie, die vom Arzt verschrieben werden könne. „Je nach Krankheitsbild kann man dann etwa Speckstein bearbeiten, Peddigrohr flechten oder Mosaikarbeiten“, sagte Ergotherapeutin Steffi Gruber. Praktische Übungen gab es am Sonnabend zur Entspannung, viele Informationen zu Yoga. „Wenn sich abends das Karussell dreht, nennen die Buddhisten das Affengeschnatter. Man hat depressive Phasen, in denen man grübelt, häufig aber nur sinnlose Gedanken hat“, erklärte Rosi Schillinger von Askero. Nichts sei so schwer wie nicht zu denken, meinte sie. Um die Affenherde einzufangen, müsse man seine Gedanken zur Ruhe bringen, etwa mit Yoga, und auf einen Punkt konzentrieren. Dazu eigne sich der eigene Atem.

Wohlfühlen erleben konnten die Interessierten im Foyer bei Hand- oder Rückenmassagen, Ernährungstipps gab es von der Deutschen BKK. Musikalisch unterhielten Liedermacher Ulf Hartmann und der Migrantinnenchor „Temperamentos“, Künstlerin Christina Hüter bereicherte die Veranstaltung durch Bilder.

„Wie es weitergeht, darüber werden wir uns demnächst Gedanken machen und ein neues Konzept entwickeln, die Struktur erweitern“, sagte Rohrbeck. „Immerhin haben wir jetzt die Erfahrung aus zehn Jahren. Wenn Bedarf da ist, werden wir reagieren.“ Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt sehe sie sich auch hier in der Pflicht, weil es immer auch um Familie und Beruf gehe.

Ob man weiter mit solch einer großen Veranstaltung in die Öffentlichkeit treten oder Fortbildungen anbieten wolle, werde man demnächst entscheiden. Letztlich habe jeder eine Verantwortung für sich selbst, aber auch eine Lösung sich selbst, zitierte sie den Referenten und Pharmakologen Bruno Müller-Oerlinghausen. „Man muss nur rechtzeitig für sich sorgen, sein Gleichgewicht finden und einen Mittelweg“, unterstrich Rohrbeck.

Von Burkhard Ohse

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