Psychische Erkrankungen in zehn Jahren verdoppelt / Veranstaltung im Schloss

Junge Menschen betroffen

Landkreis Gifhorn. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahren hat zwischen 2005 und 2015 verdoppelt.

Aus dem Sozialpsychiatrischen Verbund des Landkreises Gifhorn hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der besonderen Problematik des Personenkreises befasst. Sie lädt sowohl Eltern als auch Fachleute zu einer Informationsveranstaltung ein.

Anja Lenz-Rosenthal und Reinhold Bittner vom Sozialpsychiatrischen Verbund wissen, dass die jungen Erwachsenen nicht an einer klassischen psychischen Erkrankung leiden, sondern an einer Vielzahl entwicklungsbedingter Probleme und an tief greifenden Bindungsstörungen. Insbesondere, so Bittner, stelle die Zeit zwischen dem 18. und 27. Lebensjahr eine Schnittschnelle dar zum Erwachsenwerden dar, die häufig eine Reihe von Probelmen mit sich bringe.

Dass es diese Probleme schon immer gab, weisen die beiden Experten zurück. „Die Anforderungen und der Leistungsdruck in der Gesellschaft haben stark zugenommen“, sagt Lenz-Rosenthal. Bittner nennt zudem gebrochene Bindungsstrukturen. Die Scheidungsrate hätte zugenommen und damit auch die Folgen – Kinder würden sich nach Bindung und Sicherheit sehnen. „Aber die Ursachen sind vielschichtiger und auch nicht an gewissen Schichten festzumachen“, weiß Bittner.

Zu der Thematik „Junge Erwachsene in der Findungsphase“ lädt der Sozialpsychiatrische Dienst zur Plenumsveranstaltung „Über alle Grenzen ... oder nicht zu sehen“ am Mittwoch, 15. März, im Rittersaal des Gifhorner Schlosses ein. Im Rahmen der Veranstaltung besteht ab 15.30 Uhr die Möglichkeit, sich bei verschiedenen Institutionen, Hilfeanbietern und Beratungsstellen aus der Region über deren Angebote zu informieren. Ab 16 Uhr wird in zwei Fachvorträgen die Gesamtproblematik vorgestellt. Die Veranstaltung ist kostenlos und kann ohne Anmeldung besucht werden.

Von Carola Hussak

Rubriklistenbild: © dpa

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