Gesundheitsausschuss des Kreistags befasst sich mit Ärzteversorgung

Junge Mediziner Mangelware

Laut Statistik gibt es im Landkreis Gifhorn keinen Ärztemangel. Doch sind die meisten Hausärzte bereits älter als 55 Jahre. Der Gesundheitsausschuss des Kreistages diskutierte jetzt über das Problem.
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Laut Statistik gibt es im Landkreis Gifhorn keinen Ärztemangel. Doch sind die meisten Hausärzte bereits älter als 55 Jahre. Der Gesundheitsausschuss des Kreistages diskutierte jetzt über das Problem.

Landkreis Gifhorn. Statistisch gesehen gibt es im Landkreis Gifhorn keine Unterversorgung mit Hausärzten. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Kreisverwaltung gefordert ist, junge Mediziner in den Landkreis zu locken.

„Die meisten Mediziner sind zwischen 55 und 60 Jahre alt. Oder sogar noch älter“, sagte Kreisrat Rolf Amelsberg jetzt bei der Vorstellung eines Berichts über die Ärzteversorgung im Landkreis im Gesundheitsausschuss.

Dass der Landkreis Gifhorn mit dem Problem in Niedersachsen nicht alleine darstehe und mittlerweile um junge Ärzte gebuhlt werde, machte Amelsberg deutlich: „Die Landkreise Leer und Diepholz zahlen mittlerweile Stipendien für angehende Mediziner.“

Möglichkeiten, junge Heilkundler in den Landkreis zu locken, seien Niederlassungsprämien oder Weiterbildungsmöglichkeiten in Kooperation mit dem Klinikum in Gifhorn, so Amelsberg. Derzeit würde der Landkreis mit der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Gifhorner Klinikum über dieses Thema sprechen.

Eine drohende Unterversorgung dokumentiert der Bericht bei Augenärzten und Psychotherapeuten. Dort liegt die Versorgungsquote bei 78,2 beziehungsweise bei 82,8 Prozent.

Allerdings: Die Zahlen sind wenig belastungsfähig. Das liegt am Zuschnitt der so genannten Planbereiche, für die die ärztlichen Versorgungsgrade von der Kassenärztlichen Vereinigung festgestellt werden. Dabei wird der Landkreis nicht als Ganzes betrachtet. Beispielsweise gehört Brome zum Planbereich der Großstadt Wolfsburg. Das heißt, ein Wolfsburger Allgemeinmediziner deckt statistisch betrachtet auch noch den Versorgungsbedarf in Benitz ab. Die Samtgemeinde Wesendorf wird der Stadt Gifhorn zugeschlagen. Die Samtgemeinde Hankensbüttel ist im Planbereich Wittingen. Die Zahlen seien laut Amelsberg ohnehin „schöngerechnet“. Die Quote, für wie viele Patienten ein Allgemeinmediziner zuständig ist, sei hochgesetzt worden. „Zurzeit kommt ein Arzt statistisch auf 1376 Patienten“, sagte Amelsberg im Ausschuss.

Von Jens Schopp

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