Kropp und Bollmohr debattieren bald beim Landesfinale

„Jugend debattiert": Hankensbütteler auf Platz 1

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In Zweier-Teams wurden Pro und Contra diskutiert.

Gifhorn – Die besten 16 Rhetoriker aus der Region trafen sich im Gifhorner Humboldt-Gymnasium, um im Regionalwettbewerb die Teilnehmer für das Landesfinale von „Jugend debattiert“ auszufechten.

Zwei Hankensbütteler siegen

Mit Matti Kropp aus der Sekundarstufe I und Anna Sophie Bollmohr (Sekundarstufe II) setzten sich zwei Hankensbüttler Gymnasiasten als Sieger durch und fahren nun mit den Zweitplatzierten Linda Schwarz (Humboldt-Gymnasium, Sek I) und Amy Louise Schur (Humboldt-Gymnasium, Sek II) nach Hannover, wo sie dann um die Teilnahme am Bundesfinale kämpfen.

Anna Podewski (2.v.l.) saß für das Gymnasium Hankensbüttel in der Jury.

Zunächst mussten sich Matti Kropp und Lena Sophie Bollmohr gegen die anderen Schüler behaupten. Jeweils mit zwei Kollegen und einem Zeitnehmer bewertete Anna Podewski, Schulkoordinatorin und Lehrerin am Gymnasium Hankensbüttel, als Jurymitglied Sachkenntnis, Gesprächsführung Ausdrucksvermögen und Überzeugungskraft der Diskutanten. Es ging darum, ob durch einen Einsatz von Nichtpädagogen der Lehrermangel behoben, die Busse des ÖPNV auf E-Antrieb umgestellt, Bürger per Losentscheid auf freie Plätze in den Kommunalparlamenten eingesetzt oder mehr fremdsprachige Filme ohne deutschsprachige Synchronisation gezeigt werden sollen.

„Nicht über alle Themen sind wir glücklich“, bemerkte die eine oder andere Lehrkraft, aber die Themen wurden aus der Landeshauptstadt vorgegeben – auch ob man auf der Pro- oder Contra-Seite stand. Dafür gab es einheitlich 24 Minuten für die Teams, um in Eröffnungsrede, freier Argumentation und Schlussrunde die Argumente vorzutragen. „Die Argumente mussten wir uns in den letzten zwei Wochen selber erarbeiten“, sagte Matti, der in der ersten Runde mit Lisa Marten vom Meinersener Sibylla-Merian-Gymnasium die Pro-Seite beim Einsatz von Nichtpädagogen an Schulen vertreten musste. „14 bis 16.000 Lehrer fehlen, damit fallen 300.000 Unterrichtsstunden pro Woche aus“, erklärte er und legte nach. Auf jeden Fall zum Stofffestigen und Üben könne man mit Nichtpädagogen nach einer zweijährigen Ausbildung zum Sozialassistenten diese Löcher stopfen. „Das entwertet den Lehrerberuf“, hielt die Contra-Seite dagegen. Zudem könnte es schwer werden, ohne pädagogisches und psychologisches Wissen die Schüler im Zaum zu halten.

Vorbereitet wurden die Schüler auf den Regionalwettbewerb auch. „Ich hatte eine extra sechsstündige Vorbereitung mit Frau Podewski, um Strategien zu lernen“, erklärte Matti. Als Sieger wird er vor dem Landesfinale am 19. März ein dreitägiges Rhetorik-Training besuchen. Und das Finale findet im Landtag statt. Die Sieger dort treten dann beim Bundesfinale an. Das findet vom 20. bis zum 22. Juni in Berlin im Schloss Bellevue in Anwesenheit des Bundespräsidenten statt. Da treffen dann die besten Redner aus ganz Deutschland aufeinander.

VON BURKHARD OHSE

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