Polizei-Bilanz 2016: Zahl der Delikte leicht rückläufig / Drittbeste Aufklärungsquote in Niedersachsen

Jeden Tag 20 Straftaten im Kreis Gifhorn

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Symbolbild

Gifhorn. 7464 Straftaten hat die Polizei im vergangenen Jahr im Landkreis Gifhorn registriert – ein Rückgang von 3,76 Prozent gegenüber 2015. Gleichwohl bedeutet dies immer noch, dass pro Tag mehr als 20 Straftaten begangen worden sind.

Aber: Viele Täter kommen nicht einfach so davon.

Die Langzeit-Statistik der Polizeiinspektion zeigt zwei erfreuliche Trends: leicht rückläufige Delikt-Zahlen und eine steigende Aufklärungsquote.

Der Chef der Polizeiinspektion Gifhorn, Michael Feistel, zeigte sich bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2016 gestern stolz darauf, dass die Aufklärungsquote auf 62,88 Prozent gestiegen ist und damit im Land Niedersachsen den dritten Rang einnimmt. „Wir sind also einer der sichersten Landkreise in Niedersachsen“, so Feistel. Von den 7464 Straftaten im Jahr 2016 wurden insgesamt 3164 in Gifhorn begangen. Auf den Bereich Wittingen entfielen 449, die Polizeistationen hatten in Brome mit 352 Delikten zu tun, in Hankensbüttel mit 378 und in Wesendorf mit 582. Die Kriminalitätshäufigkeit im Landkreis sank im Vergleich zum Vorjahr von 4495 auf 4285 Straftaten pro 100 000 Einwohner (Niedersachsen: von 7263 auf 7090).

Geprägt ist die Gesamtentwicklung von 2015 zu 2016 durch eine Abnahme von einfachen Diebstahlsdelikten, aber auch durch eine Zunahme von schweren Diebstahlsdelikten, besonders im Bereich der Wohnungseinbrüche – hier sind die Fallzahlen auf dem höchsten Stand seit 2007. Auch beim Kfz-Diebstahl hat sich die Anzahl der Fälle weiter erhöht und liegt über dem Niveau der Vorjahre. Dabei liegt der Schwerpunkt der Diebstähle im Süden des Landkreises, in der Nähe der Autobahnen. Auch Einbrüche in Betriebe haben zugenommen. Dem gegenüber steht ein kontinuierlicher Rückgang der Vermögens- und Fälschungsdelikte.

Bei den Gewaltstraftaten – insbesondere bei Körperverletzungen, Gewalt gegen Polizisten und auch im Rahmen häuslicher Gewalt – wurden wieder mehr Taten als zuvor registriert. Sachbeschädigungen sind hingegen rückläufig. Auffällig ist eine Zunahme von Straftaten gegen Aufenthaltsgesetze um 150 Prozent. Die Ursache liegt hier in der Flüchtlingssituation des vergangenen Jahres. Der Anteil der aufgeklärten Straftaten, die durch Flüchtlinge im Verhältnis zu allen Tatverdächtigen begangen wurden, beträgt 9,65 Prozent und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,78 Prozentpunkte erhöht.

Von Siegfried Glasow

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