Jahreseinstieg voller Romantik und Liebe

Gifhorn - Von Burkdhard Ohse. „Tradition bedeutet uns viel“, begrüßte Britta Scheller das Publikum zum Neujahrskonzert in der Gifhorner Stadthalle zum allseits beliebten Jahresanfang mit einem kulturellen Höhepunkt. Alles Gute und vor allem Gesundheit wünschte die Vorsitzende des Kulturvereins in dem ausverkauften Haus und dann gab es einen ebenso gelungenen wie schönen musikalischen Einstieg in das neue Jahr.

Das Braunschweiger Staatsorchester entführte die Gäste in die romantische Welt der Familie Strauß mit einigen passenden Ausreißern zu Puccini, Lehár und Gounod. Feierte in der Nacht zuvor noch das Party-Volk zur Musik von Radio ffn und Moderator Timm „Doppel-M“ Busche, beeindruckten am Abend des Neujahrstags die Solisten. Es sang Sopranistin Ekaterina Kudryavtseva, ein Name, den er lange geübt hatte auszusprechen, wie Dirigent Franz Josef Breznik zugab.

Auch bei der Aussprache von Tenor Thomas Blondelle war er sich nicht ganz sicher, meinte er augenzwinkernd. Und beide, ob alleine singend oder im Duett beeindruckten durch Klangfülle und gaben dem Gesamtauftritt eine besondere Note. Immer im Dialog mit dem Publikum war Breznik, der locker und humorvoll den Abend moderierte. Hatte Scheller noch das Motto ausgegeben, dass „unsere Welt Menschen braucht, die mit Liebe kleine Dinge tun“, verlegte sich Breznik, „als Österreicher mit Blut der Familie Strauß in den Adern“ ganz auf Liebe, Romantik und Treue.

„Wir machen eine Reise durch die Länder der Liebe, eine Reise nach Venedig, die Stadt, in die Liebende gerne reisen, dann nach Paris, der Stadt der Liebe, um an Ende wieder in Venedig zu landen“, versprach er und holte zudem Walzer, Donau und Wien in die Stadthalle. „Treu sein, das liegt mir nicht“, lautete ein Titel von Strauß’ Sohn. „Aber es wird nicht so wild, wie es sich anhört“, meinte Breznik augenzwinkernd und verwies auf ein russisches Sprichwort.

„Mit der Person, mit der man Silvester verbringt, verbringt man das ganze Jahr“, heißt es da und der Dirigent fragte das Publikum nach dem Feierpartner. Schmunzeln allerorten gab es da und keinen Freiwilligen, der seine tollste Liebesgeschichte aus dem letzten Jahr laut erzählen wollte. Am Ende blieb es bei der Treue, wie Breznik betonte, auch bei der Nacht in Venedig, bei der sich jeder um Untreue bemüht, aber regelmäßig scheitert. „Herrlich“, meinte eine Zuhörerin zu dem Konzert und am offiziellen Ende gab es noch vier Zugaben.

Den fulminanten Schlusspunkt setzte das Orchester natürlich mit dem Radetzky-Marsch mit dem Publikum, das nach Anweisung Brezniks klatschte, nach langem Applaus für die gezeigte Leistung und den schönen Abend.

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