Landkreis und Jägerschaft wollen Afrikanischer Schweinepest vorbeugen

Jagd auf Wildschweine

Feuer frei: Jagd auf Wildschweine, um Afrikanischer Schweinepest vorzubeugen.
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Feuer frei: Jagd auf Wildschweine, um Afrikanischer Schweinepest vorzubeugen.
  • Holger Boden
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Landkreis Gifhorn. Der Landkreis Gifhorn fürchtet eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest aus dem osteuropäischen Raum – und will deshalb zur Vorbeugung gemeinsam mit der Jägerschaft die Zahl der Wildschweine im Kreisgebiet reduzieren.

Landrat Dr. Andreas Ebel, Kreisjägermeister Jürgen-Hinrich Kohrs und Ernst-Dieter Meinecke als Vorsitzender der Jägerschaft betonten gestern gemeinsam, dass als zentrale Maßnahme „eine Bestandsreduzierung durch eine intensive Bejagung“ notwendig sei.

„Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen hätte weitreichende Folgen“, sagte Ebel. „Angesichts der hohen wirtschaftlichen Schäden bei einem Seuchenausbruch, insbesondere für die Nutztierhaltung, gilt es auch im Landkreis Gifhorn mit vereinten Kräften den Ausbruch der Seuche zu vermeiden.“

Ansitzjagd auf Wildschweine: Die Jägerschaft will die Bejagung der Schwarzkittel jetzt intensivieren, um einer Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen.

Der Landkreis beobachtet intensiv die Entwicklung in Osteuropa. Im August gab es neue Entwicklungen bei der Verbreitung der Seuche in Tschechien, die dazu führten, dass das Veterinäramt des Landkreises die Hege- und Schwarzwildringleiter sowie die Jägerschaft auf die Problematik aufmerksam machte. Zudem wurden Tupfer für die Probennahme von Fallwild an die Hegeringleiter ausgegeben, damit mögliche Ansteckungen bemerkt werden.

Nach Angaben des Landkreises sind erst im November wieder mehrere bei Warschau getötete Wildschweine positiv auf die Afrikanische Wildschweinepest getestet worden. Landkreis und Jägerschaft setzen auch im Kreisgebiet auf ein enges Monitoring durch Probenentnahmen.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Tierseuche, die durch ein Virus ausgelöst wird. Sie verbreitet sich in Schwarzwildbeständen, kann aber auch Hausschweine treffen. Es gibt keine Immunität bei den Tieren und derzeit auch keinen Impfstoff. Erschwerend kommt hinzu, dass das Virus sehr widerstandsfähig ist und den Verwesungsprozess übersteht – es verbleibt wochenlang im Kadaver eines verendeten Tieres. Eine Übertragung zwischen Tieren und Menschen erfolgt nicht.

Osteuropa klingt weit weg – Experten zufolge ist es aber nach Angaben des Landkreises „nur eine Frage der Zeit, wann die Seuche auch Niedersachsen und damit den Landkreis Gifhorn erreicht“. Die Rate der Todesfälle unter den infizierten Tieren ist sehr hoch. Der Tod tritt nach einer Infektion in 5 bis 13 Tagen ein.

Neben der natürlichen Ausbreitung besteht laut dem Landkreis auch die Gefahr, dass durch Reisende aus dem Baltikum und Polen mitgebrachte und mit dem Virus kontaminierte Lebensmittel an Straßen entsorgt und so die heimischen Schwarzwildbestände infiziert werden.

www.tierseucheninfo.niedersachsen.de

Von Holger Boden

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