Mann wird nachts von der Polizei überwältigt / Bezüge zu Terrororganisation bestätigen sich nicht

IS-Verdacht auf Facebook: SEK-Einsatz in der Gifhorner Südstadt

ds Gifhorn. Wegen eines Anschlagsverdachts mit IS-Hintergrund kam es in der vergangenen Nacht zu einem SEK-Einsatz in der Gifhorner Südstadt. Ein Mann (41) wurde von der Polizei überwältigt. Der Verdacht bestätigte sich bei einer anschließenden Durchsuchung dann aber nicht.

Die Beamten des Spezialeinsatzkommandos aus Hannover drangen gegen 1 Uhr in eine Wohnung ein und überwältigten dort den 41-jährigen Verdächtigen. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen, verletzt wurde niemand.

Hintergrund des Einsatzes waren Hinweise auf ein Facebook-Profil mit eindeutigen Bezügen zum sogenannten "Islamischen Staat" (IS). Auf der Profilseite wurde auch eine Person mit einer Pistole dargestellt. Eine inhaltliche Bewertung, so die Polizei, führte zu dem Ergebnis, dass der Profilinhaber möglicherweise zeitnah einen Anschlag planen könne.

Des Weiteren gab es auf der Seite Hinweise auf eine Telefonnummer, zu der als Anschlussinhaber ein 41-jähriger Gifhorner ermittelt werden konnte. Als Konsequenz beantragten die Beamten der Polizeiinspektion Gifhorn über die Staatsanwaltschaft Hildesheim eine richterliche Durchsuchungsanordnung für die Wohnung des 41-jährigen in der Gifhorner Südstadt, die schließlich vom zuständigen Richter am Amtsgericht in Hildesheim erlassen wurde.

Da zu befürchten stand, dass der 41-jährige möglicherweise im Besitz einer Schusswaffe ist, entschloss sich der Einsatzleiter zu einer Anforderung des Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus Hannover.

Um kurz vor ein Uhr drangen die SEK-Kräfte in die Wohnung des 41-jährigen ein und überwältigten diesen widerstandslos. Im Zuge der Wohnungsdurchsuchung und ersten Vernehmung des Deutschen ohne Migrationshintergrund stellte sich heraus, dass dieser keinerlei Bezug zum Islam, geschweige denn zu islamistischen Kreisen hat oder hatte. Auch wurden weder Waffen noch Munition oder andere gefährliche Gegenstände in der Wohnung gefunden.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare