Offenbar Verstoß gegen Bauordnung

Irritation um Hospizbau: Gifhorner Bauverwaltung vergrätzt Stiftungsvorstand

Auf diesem Hinterlandgrundstück am Steinweg in der Gifhorner Innenstadt möchte die Hospiz Stiftung ein Hospizhaus für den Landkreis Gifhorn errichten. Drei Millionen Euro will die Stiftung in den geplanten Komplex mit acht Betten investieren.
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Auf diesem Hinterlandgrundstück am Steinweg in der Gifhorner Innenstadt möchte die Hospiz Stiftung ein Hospizhaus für den Landkreis Gifhorn errichten. Drei Millionen Euro will die Stiftung in den geplanten Komplex mit acht Betten investieren.
  • VonJens Schopp
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Gifhorn. Die Irritation bei der Hospiz-Stiftung Gifhorn ist groß.

Der Bau eines stationären Hospizes für den Landkreis sei am von der Stiftung geplanten Standort am Steinweg in der Gifhorner Innenstadt nicht möglich, teilte Mario Coling, Fachbereichsleiter für Planung und Bauordnung der Gifhorner Verwaltung, jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung mit. Er informierte das Gremium über eine von der Stiftung eingegangene Bauvoranfrage für das Grundstück hinter dem „Cappu-Bistro“. „Nicht genehmigungsfähig“, so. Coling im Ausschuss.

Die von der Stiftung geplante Grenzbebauung verstoße gegen die Bauordnung, die Anlage der nötigen Parkplätze mache ebenfalls Probleme. Die vorgesehenen 13 Stellplätze verstießen gegen das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, so Coling. Bei beiden Punkten müssten sich die Grundstücksnachbarn einverstanden erklären, sagte der Fachbereichsleiter. „Die entsprechenden Zustimmungen fehlen aber in der Bauvoranfrage, daher der negative Bescheid des Fachbereichs.“

Alexander Michel, Vorstand der Hospiz Stiftung, ist ob der Aussagen Colings einigermaßen vor den Kopf gestoßen. „Wir verstehen das nicht. Die Fragen der Grenzbebauung haben wir mit den Nachbarn bereits mündlich geklärt.“ Vielmehr seien das Fragen, die im eigentlichen Baugenehmigungsverfahren zu erötern seien. „Die Fragen, die wir in der Bauvoranfrage gestellt haben, sind uns nicht beantwortet worden.“ Die bezogen sich laut Michel auf die Genehmigungsfähigkeit hinsichtlich Höhe und Länge des Gebäudes und zwar sowohl in stadtplanerischer als auch in bauordnungsrechtlicher Hinsicht. Fehlende Unterlagen zur Grenzbebauung werde man nachreichen. Dass Coling bereits in diesem Stadium das Vorhaben der Hospiz-Stiftung als „nicht genehmigungsfähig“ bezeichnet habe, nennt Michel „mutig“. Pikanterie: Die Stadt Gifhorn ist unter den Gründungsstiftern.

Von Burkhard Ohse und Jens Schopp

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